Wirtschaft

Shell sieht Preisobergrenze für Öl aus Russland skeptisch

Der CEO des Energiekonzerns Shell, Ben van Beurden, sieht die Pläne der G7 bezüglich einer Preisobergrenze für Öl aus Russland sehr skeptisch. Der Schritt könnte die aktuelle Energiekrise verschärfen, so van Beurden. Die Welt steuere auf eine "turbulente Zeit" zu.
Shell sieht Preisobergrenze für Öl aus Russland skeptischQuelle: Legion-media.ru

Ben van Beurden, der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Shell, hat Zweifel an den Plänen der G7-Industrienationen geäußert, eine Preisobergrenze für Öl aus Russland einzuführen, um Moskaus Einnahmen aus dem Verkauf zu begrenzen.

"Man kann bereits alle Mängel erkennen", sagte er am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenseite Bloomberg und merkte an, dass das System nur funktionieren würde, wenn es eine breite Beteiligung über Europa und die USA hinaus gäbe.

Andernfalls "wird es so weitergehen wie bisher, das heißt, russisches Rohöl wird in Länder geliefert, die durchaus in der Lage sind, zum Beispiel Urals-Öl zu kaufen", erklärte er. Urals-Öl ist die für Russland wichtigste Rohölsorte im Exportgeschäft.

Van Beurden zufolge steuert die Welt auf eine "turbulente Zeit" zu, da die Verknappung von Flüssigerdgas und Erdöl die globale Energieknappheit noch verschärfe. Der Shell-Chef erklärte, dass es schwierig sein werde, die großen Mengen an russischem Öl und Gas zu ersetzen, die noch immer nach Europa fließen. Van Beurden sagte:

"Es werden mehr LNG-Lieferungen nach Europa kommen, aber wird es viele zusätzliche neue LNG-Lieferungen geben, um die Lücke zu schließen? Das glaube ich nicht."

Er wies auch darauf hin, dass die Kapazitätsreserven der OPEC geringer seien als von den meisten angenommen oder erhofft, und fügte hinzu:

"Wir werden mit angespannten Märkten konfrontiert sein, es sei denn, es kommt zu einem sehr starken Rückgang der Nachfrage."

Berichten zufolge haben sich die G7-Staaten in dieser Woche darauf geeinigt, die Machbarkeit einer Preisobergrenze für Ölexporte aus Russland zu prüfen.

Die Idee wurde erstmals Anfang des Jahres von US-Finanzministerin Janet Yellen vorgestellt und dann von der G7 aufgegriffen, die die Möglichkeit eines Embargos für den Transport von russischem Rohöl auf dem Seeweg in Erwägung zieht, sofern es nicht zu einem mit internationalen Partnern zu vereinbarenden Preis oder darunter gekauft wird.

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