Wirtschaft

Washington: Russlands Exporteinnahmen sind nach Sanktionen gestiegen

Der US-Berater für globale Energiesicherheit hat bei einer Anhörung vor einem US-Senatsunterausschuss eingeräumt, dass Russland aufgrund der westlichen Sanktionen mehr an seinen Exporten verdient. Grund scheint der durch die Beschränkungen entstandene Preisanstieg zu sein.
Washington: Russlands Exporteinnahmen sind nach Sanktionen gestiegen© Dominika Zarzycka/NurPhoto via Getty Images

Russland verdient heute mehr Geld mit dem Export fossiler Brennstoffe als vor dem Beginn seiner Militäroperation in der Ukraine, welche die westlichen Staaten dazu veranlasste, Moskau mit einer Vielzahl von Sanktionen zu belegen. Dies erklärte der leitende US-Berater für globale Energiesicherheit Amos Hochstein am Donnerstag vor US-Senatoren.

Die weltweiten Energiepreise, die bereits im Februar vor der russischen Offensive gestiegen waren, wurden durch die Embargos weiter in die Höhe getrieben und haben Moskau dabei geholfen, die Auswirkungen der Beschränkungen zu mildern, räumte der US-Vertreter ein. Hochstein war zuvor als US-Beauftragter für Energiesicherheit tätig.

Während einer Anhörung vor dem Senatsunterausschuss für Europa und regionale Sicherheitskooperation antwortete Hochstein auf die Frage, ob Moskau mehr Geld aus seinem Öl- und Gashandel erhalte als noch vor einigen Monaten:

"Das kann ich nicht leugnen."

Die USA haben Anfang März im Rahmen von Sanktionen alle Einfuhren von Rohöl, mehreren Erdölprodukten, Flüssigerdgas und Kohle aus Russland eingeschränkt. Am Mittwoch erklärte der Sprecher der russischen Staatsduma Wjatscheslaw Wolodin jedoch, dass sich die Öllieferungen aus Russland in die USA im März im Vergleich zum Februar fast verdoppelt hätten.

Die EU, die lange Zeit zögerte, Beschränkungen über Öleinfuhren aus Russland zu verhängen und stattdessen den Finanz- und Bankensektor mit Sanktionen belegte, beschloss Ende Mai, ein Verbot für russisches Öl einzuführen. Brüssel beschloss, 75 Prozent der Importe sofort und 90 Prozent bis zum Ende des Jahres zu stoppen. Ungarn und mehreren anderen Ländern wurde jedoch eine Ausnahmeregelung gewährt, da ihre Volkswirtschaften ohne Lieferungen aus Russland nicht zurechtkommen würden.

Medienberichten zufolge haben sich die Sanktionen bisher kaum auf Moskaus Hanndel mit Energieressourcen ausgewirkt. Im April berichtete das Wall Street Journal, dass die Öllieferungen aus Russland allein in diesem Monat um 300.000 Barrel pro Tag zugenommen hätten.

Mitte Mai behauptete Bloomberg, dass die Öleinnahmen Moskaus trotz der Sanktionen in die Höhe geschossen und seit Anfang 2022 um etwa 50 Prozent gestiegen seien. Moskau konnte in der asiatisch-pazifischen Region neue Kunden für den Kauf von Rohöl aus Russland gewinnen.

Ein Beispiel ist Indien, wo die russischen Ölexporte laut Reuters im Mai um das 25-Fache gestiegen sind. Unterdessen sind die Sanktionen für die USA und ihre Verbündeten offenbar nach hinten losgegangen. US-Präsident Joe Biden rief Anfang der Woche den Energienotstand aus und erklärte, dass die Fähigkeit des Landes, ausreichend Strom zu produzieren, bedroht sei.

Am vergangenen Wochenende meldete der US-amerikanische Automobilverein, dass sich die Benzinpreise in den USA unter Biden verdoppelt und mit 4,81 US-Dollar pro Gallone am vergangenen Samstag einen neuen Höchststand erreicht hätten. Am 1. Juni warnte die Internationale Energieagentur, dass die EU-Mitglieder, die ebenfalls mit steigenden Benzinpreisen konfrontiert sind, angesichts einer noch nie dagewesenen Energiekrise zu Kraftstoffrationierungen greifen könnten.

Mehr zum Thema - Medienbericht: USA streben Verbot von Uran aus Russland an

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