Wirtschaft

EU-Regelung nötigt Lufthansa zu 18.000 sinnlosen Starts und Landungen

Ungeachtet sinkender Buchungszahlen und des ausgedünnten Winterflugplans muss die Lufthansa 18.000 Flüge durchführen, die eigentlich vermeidbar wären. Der Grund findet sich in einer aktualisierten EU-Regelung der Start- und Landerechte in Europa.
EU-Regelung nötigt Lufthansa zu 18.000 sinnlosen Starts und LandungenQuelle: www.globallookpress.com © FrankHoermann/SVEN SIMON

Die seit gut zwei Jahren andauernde Coronakrise trifft mit aller Wucht auch die Tourismusbranche und die an ihr beteiligten Fluggesellschaften. Aufgrund der momentan grassierenden Omikron-Welle und den weltweit steigenden Infektionszahlen ist die Gesamtzahl der Buchungen in den Wintermonaten erneut eingebrochen.

Carsten Spohr, Chef der Fluggesellschaft Lufthansa, bezifferte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) die derzeitige Lage. Demnach habe das Unternehmen aktuell 33.000 Flüge streichen müssen. Dies entspricht rund 10 Prozent des Winterflugplans. Nichtsdestotrotz muss das Unternehmen im Winter 2021/2022 18.000 zusätzliche und seiner Meinung nach unnötige Flüge durchführen, nur um die notwendigen Start-und-Lande-Rechte zu behalten, so Spohr im Interview.

Daraus ergebe sich die absurde Situation, dass die Flüge mit fast leeren oder halbleeren Lufthansa-Maschinen durchgeführt werden mussten. Grund dafür sind die europäischen Regelungen der sogenannten "Corona-Slot-Regularien". Flughäfen genehmigen den Fluggesellschaften als Nutzer ihrer Anlagen eine bestimmte Anzahl von Zeitfenstern, in denen Flieger starten und landen dürfen. Diese Zeitfenster werden als "Slots" bezeichnet. Die Vorgaben sind weltweit unterschiedlich definiert und müssen strikt eingehalten werden. Spohr kommentiert im Interview die besondere derzeitige Situation:

"Während man dafür in fast allen anderen Teilen der Welt klimaschonende Ausnahmeregelungen in der Zeit der Pandemie gefunden hat, erlaubt das die EU nicht in gleicher Weise. Das schadet dem Klima und ist exakt das Gegenteil von dem, was die EU-Kommission mit ihrem Programm 'Fit for 55' erreichen will."

Mit dem Programm "Fit for 55", das im Juli dieses Jahres vorgestellt wurde, plant die EU, den CO₂-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren.

Die Seite airliners.de informierte, ebenfalls im vergangenen Juli, über die sich anbahnende Problematik der vom EU-Parlament aktualisierten Regularien. Demnach mussten sich die Fluggesellschaften darauf vorbereiten, ab Oktober mindestens die Hälfte ihrer Start und Landerechte auf europäischen Flughäfen zu nutzen, anstatt wie bislang in der Coronakrise, ein Viertel. Im ersten Jahr der Pandemie hatte die EU diese Regelung noch ausgesetzt. Verkündet wurde die Neuregelung über die EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr informierte im Interview mit der FAZ, dass im Vergleich zum Jahr 2019 nur rund 60 Prozent der Flüge durchgeführt wurden. Die Passagierzahlen des Konzerns lägen zurzeit bei etwa der Hälfte der üblichen Buchungszahlen. Besonders die Passagiere aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien fehlen, so Spohr, da "diese Länder aktuell besonders stark von der Pandemiewelle betroffen sind". Dazu zählen vor allem auch die innerdeutschen Flüge. Zudem sei China für internationale Reisende immer noch nahezu geschlossen.

Zur Ankündigung des neuen Wirtschaftsministers Robert Habeck, dass "der Einzelne" zukünftig "auf Mobilität verzichten müsse, damit die Klimawende gelingen kann", antwortete Spohr: "In unserem Rechtssystem darf das zum Glück jeder selbst entscheiden. Wir werden den Menschen doch in Zukunft auch nicht vorschreiben, dass sie nur noch einen Film pro Tag auf Netflix schauen dürfen. Schließlich trägt die Internetnutzung weltweit mehr zur Klimaerwärmung bei als der Luftverkehr. So eine Denkweise vertritt die neue Regierung meines Erachtens nicht."

Mehr zum Thema - "Luftbrücke" des Auswärtigen Amtes: Noch Tausende offene Rechnungen für Corona-Rückholaktion 

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