Wirtschaft

Volkswagen leidet unter Chipmangel – Massenmodelle am stärksten betroffen

Die weltweite Knappheit an Chips sorgt dafür, dass viele Autobauer ihre Bänder anhalten müssen. Das betrifft auch Volkswagen. Am stärksten sind Massenmodelle betroffen, da sich der Konzern bemüht, Elektronikteile vorzugsweise in die Marken Porsche und Audi einzubauen.
Volkswagen leidet unter Chipmangel – Massenmodelle am stärksten betroffenQuelle: Reuters © Swen Pfoertner

Beim Autohersteller Volkswagen hinterlassen die Produktionsstopps wegen des weltweiten Chipmangels deutliche Spuren. Das Unternehmen geht nun nicht mehr davon aus, im Gesamtjahr spürbar mehr Fahrzeuge auszuliefern als im von Lockdowns belasteten Vorjahr. Im dritten Quartal hat der Konzern weltweit rund ein Viertel weniger Autos an die Kunden als im Vorjahreszeitraum ausgeliefert. Vor allem die Lieferengpässe bei Halbleitern stoppten mehrfach die Produktion in den Werken. In Deutschland mussten viele Beschäftigte in die Kurzarbeit.

Gemessen am Absatzeinbruch fielen die Finanzzahlen für Juli bis September aber weniger schlimm aus als befürchtet. Der Umsatz ging um rund vier Prozent auf 56,9 Milliarden Euro zurück. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern blieb mit 2,8 Milliarden Euro rund zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert. Unter dem Strich machte der Konzern sogar mehr Gewinn, weil er weniger Steuern verbuchte und auch das Finanz- und Beteiligungsergebnis besser ausfiel. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn stieg um rund sieben Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Die Kernmarke Volkswagen Pkw verzeichnete ein operatives Minus von 184 Millionen Euro. Bei Seat und Skoda waren es etwas geringere Verluste. Vorstandschef Herbert Diess nahm am Donnerstag die roten Zahlen im operativen Geschäft dennoch zum Anlass, weitere Einsparungen einzufordern.

"Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigen einmal mehr, dass wir die Verbesserung der Produktivität im Volumenbereich jetzt konsequent vorantreiben müssen."

Derzeit arbeitet der Konzern weiter an der Steigerung der Produktivität in den Werken und will die Fixkosten senken, auch um mit der neuen Fabrik des US-Elektrorivalen Tesla in Grünheide bei Berlin mithalten zu können.

Die Chipflaute setzt den Massenmodellen am stärksten zu. Volkswagen bemüht sich, vorhandene Elektronikbauteile vorzugsweise in die rentableren Modelle von Porsche und Audi einzubauen und den Hochlauf der Elektroautos nicht zu gefährden. Audi hat einen operativen Gewinn von rund einer Dreiviertelmilliarde Euro verbucht. Bei Porsche war es im Autogeschäft etwas weniger.

Stark abschneiden können dagegen weiter die Finanzdienstleistungen im Konzern. Sie profitieren von den gestiegenen Gebrauchtwagenpreisen, weil zurückgegebene Leasingautos teurer verkauft werden können. Der Konzernbereich hat ein operatives Ergebnis von 1,5 Milliarden Euro eingefahren.

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(dpa)

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