Wirtschaft

Bis 2030 soll der Himmel um ein Drittel sauberer werden

Die Bundesregierung, Länder und die Luftverkehrsbranche haben einen Fahrplan zu Entwicklung und Einsatz von "grünem" Flugbenzin entworfen. Ab 2030 soll ein Drittel des aktuellen Kerosinverbrauchs der Flugzeuge, die innerhalb Deutschlands unterwegs sind, mit "grünem" Kerosin abgedeckt werden.
Bis 2030 soll der Himmel um ein Drittel sauberer werdenQuelle: www.globallookpress.com © Markus Mainka via www.imago-imag/www.imago-images.de

Mit Elektrizität, Wasser und CO2 sollen in Zukunft Flugzeuge fliegen, genauer: mit dem umweltfreundlich hergestellten "grünen" Sprit. Damit soll nach Informationen von Reuters ab 2030 jährlich der Einsatz von mindestens 200.000 Tonnen von solchem Kerosin im deutschen Flugverkehr gesichert werden. So zumindest steht es in einem  aktuellen RegierungspapierDas entspricht einem Drittel des aktuellen Kraftstoffbedarfs des innerdeutschen Luftverkehrs.

Bisher ist die Erzeugung des grünen Treibstoffs noch in der Testphase. Um eine reibungslose Produktion im industriellen Maßstab zu erreichen, ist zunächst der Aufbau einer Plattform zur Entwicklung für die unterschiedlichen Herstellungsprozesse durch das Verkehrsministerium vorgesehen. Eine Demonstrationsanlage, finanziert durch das Umweltministerium, soll folgen. 

Die schnelle Umstellung auf klimaneutrale Antriebe gilt im Flugverkehr als schwierig. Zunächst wollen die Flugzeughersteller und die Industrie ein "Power to Liquid" (PtL) genanntes Verfahren zur Erzeugung von Kerosin erkunden, bei dem beispielsweise mittels erneuerbaren Energien, Wasserstoff und CO2 gebunden und verflüssigt wird.

Durch eine verbindliche Mindestabnahmequote in Deutschland wolle man garantieren, dass trotz höherer Kosten eine Nachfrage geschaffen wird. Wettbewerbsverzerrungen für den Luftverkehr sollen vermieden werden. Auf der Grundlage verpflichten sich dann Fluglinien zur Abnahme relevanter Mengen an PtL-Kerosin in den nächsten Jahren.

Diese "Ptl-Roadmap" genannte Spritplanung soll von Vertretern der Regierung und der Bundesländer, der Luftverkehrsbranche sowie von Kraftstoffwirtschaft und Anlagenbauern unterschrieben werden.

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