Wirtschaft

IWF: Anteil des US-Dollar an globalen Reserven sinkt auf niedrigsten Stand seit 1995

Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge ist der Anteil des US-Dollar an den weltweiten Währungsreserven im letzten Quartal 2020 auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gesunken. Der Rückgang soll teilweise auf Bewertungsanpassungen zurückzuführen sein.
IWF: Anteil des US-Dollar an globalen Reserven sinkt auf niedrigsten Stand seit 1995Quelle: Reuters © Dado Ruvic/Illustration/File Photo

Der Anteil des "Greenback" an den globalen Devisenreserven sank von 60,5 Prozent im dritten Quartal auf 59 Prozent im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Einen solchen Tiefststand an den globalen Währungsreserven verzeichnete die US-Währung zuletzt im Jahr 1995 mit einem Anteil von damals 58 Prozent.

Dennoch hält der US-Dollar laut dem IWF den größten Anteil an den Währungsreserven, die von Zentralbanken weltweit gehalten werden. Analysten zufolge stiegen die in US-Dollar gehaltenen Reserven bei den Zentralbanken im vierten Quartal auf ein Allzeithoch von sieben Billionen US-Dollar, verglichen mit rund 6,94 Billionen US-Dollar im dritten Quartal des Vorjahres. Das Gesamtvolumen der in Euro gehaltenen Reserven wuchs auf Quartalsbasis um sieben Prozent auf 2,52 Billionen US-Dollar.

Anteilsmäßig stiegen die Reserven in Euro im vierten Quartal 2020 auf 21,2 Prozent, gegenüber 20,5 Prozent zuvor im dritten Quartal, und somit auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2014. Auf seinem Höhepunkt im Jahr 2009 lag der Euro bei 28 Prozent Anteil an den globalen Reserven.

Im selben Zeitraum stieg der Anteil des chinesischen Renminbi auf 2,25 Prozent und legte damit vier Quartale in Folge zu. Die globalen Renminbi-Reserven sind somit um neun Prozent auf 267 Milliarden US-Dollar gestiegen. Der IWF beobachtet den Anteil der chinesischen Währung seit dem Jahr 2017. Bipan Rai, ein Stratege bei der Canadian Imperial Bank of Commerce, sagte gegenüber Bloomberg:

"Das ist ein Thema, das sich nur langsam weiterentwickelt, aber wir sind der Ansicht, dass wir mit der Zeit auf ein System von 'mehreren Reservewährungen' zusteuern."

Laut Marc Chandler, dem leitenden Marktstrategen bei Bannockburn Global, ist der Rückgang des Anteils des US-Dollar an den globalen Reserven nur vorübergehend und wurde durch eine Abwertung gegenüber dem Großteil anderer Währungen im vierten Quartal verursacht. "Die 59 Prozent sind ein statistisches Rauschen, das durch eine Kombination aus Bewertung und materiellen Veränderungen" in der Nachfrage nach dem Euro im vierten Quartal erzeugt wurde, stellte Chandler fest und fügte hinzu:

"Die Erholung des US-Dollars im ersten Quartal 2021 wird die Bewertungsanpassung umkehren und den US-Dollaranteil an den Reserven steigen lassen."

Währungsreserven sind Vermögenswerte der Zentralbanken, die in verschiedenen Anteilen gehalten werden und in erster Linie dazu dienen, Verbindlichkeiten zu decken. Zentralbanken verwenden die Reserven zudem sporadisch, um ihre eigenen Währungen zu stützen.

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