Wirtschaft

Experten: China wird treibende Kraft hinter Erholung der weltweiten Ölmärkte

Der zweitgrößte Ölverbraucher der Welt, China, könnte die globale Ölnachfrage in der zweiten Hälfte dieses Jahres beschleunigen. Dies bestätigen Führungskräfte aus der Ölindustrie gegenüber Reuters. Grund sind die weltweiten Lockerungen der Corona-Maßnahmen.
Experten: China wird treibende Kraft hinter Erholung der weltweiten ÖlmärkteQuelle: Reuters © China Daily via REUTERS

Weltweite Bemühungen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, haben den Ölmärkten großen Schaden zugefügt, bis Mitte April etwa 70 Prozent der globalen Preise vernichtet und zu enormen Anhäufungen von Öl- und Treibstoffvorräten geführt. Jim Burkhard, Vizepräsident und Leiter der Abteilung für Ölmärkte bei IHS Markit betonte:

Die lebhafte Wiederaufnahme der Ölnachfrage aus China, die Ende April 90 Prozent des Vor-Pandemie-Niveaus erreichte und weiter ansteigt, ist ein willkommener Wegweiser für die Weltwirtschaft.

Wenn man bedenkt, dass die Ölnachfrage in China – dem ersten Land, das vom Virus betroffen war – im Februar um mehr als 40 Prozent zurückging, gibt das Ausmaß des Anstiegs Anlass zu einem gewissen Optimismus hinsichtlich der Trends zur Erholung der Wirtschaft und der Nachfrage auf anderen Märkten wie Europa und Nordamerika.

Nach Angaben des Energieberatungsunternehmens Wood Mackenzie könnte Chinas Ölverbrauch in der zweiten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,3 Prozent auf 13,6 Millionen Barrel pro Tag ansteigen, was auf einen erhöhten Transport- und Industriebedarf zurückzuführen ist. Das Beratungsunternehmen erklärte:

Bis zum dritten Quartal würde Chinas Benzinnachfrage den Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 3,5 Millionen Barrel pro Tag übersteigen.

Wood Mackenzie fügte hinzu, dass der Dieselverbrauch im gleichen Zeitraum um 1,2 Prozent auf 3,4 Millionen Barrel pro Tag steigen könnte.

Diese Prognosen stehen im Gegensatz zu den Schätzungen Internationalen Energieagentur (IEA), die in ihrem Bericht vom Mai prognostizierte, dass Chinas Nachfrage im Jahresvergleich in der zweiten Hälfte des Jahres um fünf Prozent auf 13,2 Millionen Barrel pro Tag sinken werde. FGE-Analystin Sri Paravaikkarasu hob hervor:

China hat den Weg der Nachfrageerholung bisher angeführt. Danach werden andere Länder wie Südkorea, Australien und Vietnam, in denen die Virus-Fälle weitgehend unter Kontrolle sind, eine Verbesserung der Erdölnachfrage erleben.

Die Referenzölpreise erholten sich mit der Lockerung der Lockdown-Maßnahmen wieder, wobei die Terminkontrakte der Sorte Brent seit dem 1. Mai um 50 Prozent und der US West Texas Intermediate (WTI) um über 90 Prozent stiegen. Am Mittwoch wurde Brent bei 39,35 US-Dollar pro Barrel gehandelt, während der US-Rohölpreis 36,89 US-Dollar pro Barrel erreichte.

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