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Desinfektionsmittel gegen unangenehme Fragen: Thailändischer Premierminister besprüht Journalisten

Die Corona-Pandemie hat weltweit für mehr Abstand zwischen Menschen gesorgt. Dies kommt nicht nur in Supermärkten zum Vorschein, sondern auch zum Beispiel bei Pressebriefings. Einige Politiker wollen nicht, dass man ihnen zu nahe tritt – auch im übertragenen Sinne.
Desinfektionsmittel gegen unangenehme Fragen: Thailändischer Premierminister besprüht JournalistenQuelle: Reuters © Thai Government House

Der thailändische Premierminister Prayut Chan-o-cha hat bei einer Pressekonferenz am 9. März viele Journalisten verblüfft und amüsiert. Der Regierungschef unterbrach die Pressekonferenz, um sich den Reportern zu nähern und diese mit einem Händedesinfektionsmittel zu besprühen. Ein Video über diesen Moment landete in den in- und ausländischen Medien einen viralen Hit.

Der Grund für die unbeherrschte Reaktion des Politikers war eine Frage nach möglichen Kandidaten für die vakanten Kabinettsposten, nachdem in der vorigen Woche drei Minister wegen Aufruhrs während der Proteste vor sieben Jahren inhaftiert worden waren. Prayuth antwortete darauf:

"Gibt es andere Fragen? Ich weiß nicht. Ich habe diese Liste nicht gesehen. Ist das nicht etwas, wovon der Premierminister als erster erfahren sollte?"

Dann stieg der Politiker vom Rednerpult herunter, begab sich zu den Journalisten und besprühte sie aus einer Flasche mit Desinfektionsmittel.

Inzwischen will Thailand die obligatorische Quarantänedauer für geimpfte Reisende von 14 auf 7 Tage verkürzen. Die neue Regelung könnte nach Angaben des Gesundheitsministers Anutin Charnvirakul schon in diesem April in Kraft treten. Für ungeimpfte Reisende könnte die Quarantäne bald auf zehn Tage verkürzt werden. Die heimische Tourismusbranche, die zehn Prozent der Wirtschaft des asiatischen Landes ausmacht, liegt wegen der Corona-Pandemie seit einem Jahr am Boden.

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