Schweiz

Blatter und Platini in der Schweiz wegen Betrugs angeklagt

Der frühere FIFA-Präsident Sepp Blatter und der ehemalige UEFA-Chef Michel Platini sind von der Schweizer Bundesanwaltschaft wegen Betrugs angeklagt worden. Kern des Verfahrens ist eine Zahlung von zwei Millionen Franken. Blatter und Platini weisen die Vorwürfe zurück.
Blatter und Platini in der Schweiz wegen Betrugs angeklagtQuelle: AFP © Valery Hache/Fabrice Coffrini

Die Schweizer Bundesanwaltschaft wirft den beiden Ex-Spitzenfunktionären vor, unrechtmäßig eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken vom Fußball-Weltverband an den Franzosen Platini erwirkt zu haben. "Die von der BA erhobenen Beweise haben den Verdacht erhärtet, dass diese Zahlung an Platini ohne Rechtsgrundlage erfolgte. Durch diese Zahlung wurde die FIFA am Vermögen geschädigt und Platini unrechtmäßig bereichert", heißt es in einer Mitteilung der Behörde vom Dienstag.

Blatter reagierte gelassen. "Ich blicke der Verhandlung vor dem Bundesstrafgericht mit Optimismus entgegen", teilte er über seinen Sprecher Thomas Renggli mit. "Ich hoffe, dass damit diese Geschichte ein Ende findet und alle Fakten sauber aufgearbeitet werden." Blatter hat wie Platini stets alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Kern des Verfahrens ist die Zahlung von zwei Millionen Franken (rund 1,86 Millionen Euro) der damals von Blatter geführten FIFA an Platini aus dem Jahr 2011. Das Geld habe Platini für Beratertätigkeiten für die FIFA zwischen 1998 und 2002 erhalten, teilte Blatter mit. Bei der Zahlung seien die entsprechenden Sozialabgaben abgerechnet worden, und Platini habe den Betrag in der Schweiz versteuert.

Die Bundesanwaltschaft stellte indes bei ihren Ermittlungen fest, dass Platini während seiner Tätigkeit als Blatters Berater zwischen 1998 und 2002 eine jährliche Entschädigung von 300.000 Schweizer Franken vereinbart und von der FIFA erhalten habe. Acht Jahre nach Ende dieser Tätigkeit habe Platini die zwei Millionen Franken eingefordert und unter Mitwirkung von Blatter von der FIFA bekommen.

Die Strafverfolger werfen Blatter (85) zudem Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung vor. Platini (65) muss sich für die Mithilfe dabei verantworten. Die FIFA-Ethikkommission hatte Blatter und Platini vor sechs Jahren gesperrt, für beide bedeutete die später teils in der Dauer reduzierte Sanktion das Ende ihrer Karrieren. Blatter hatte allerdings zuvor schon seinen Rückzug von der FIFA-Spitze angekündigt.

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(rt de/dpa)

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