
Putin: Ukrainischer Anschlag auf prominente russische Journalisten vereitelt
In Russland ist ein Terroranschlag auf den bekannten Fernsehjournalisten Wladimir Solowjow vereitelt worden. Das teilte der russische Präsident Wladimir Putin am Montag mit Verweis auf den russischen Geheimdienst FSB mit.

"Heute Morgen hat der Föderale Sicherheitsdienst die Aktivitäten einer terroristischen Gruppe gestoppt, die plante, einen prominenten russischen Fernsehjournalisten anzugreifen und zu töten", sagte Putin auf einer erweiterten Sitzung des Generalstaatsanwaltsrats.
Er machte den ukrainischen Geheimdienst dafür verantwortlich – dafür gebe es unwiderlegbare Beweise. Er fügte aber hinzu, dass Kiew diese "mit Sicherheit leugnen" werde. Grund sei der Versuch, eine Monopolstellung im Informationsbereich einzunehmen. "Aber hier, auf dem Territorium Russlands, haben sie versagt und sind zum Terror übergegangen." Putin wies dabei auf eine mutmaßliche westliche Spur hin.
"In diesem Zusammenhang ist es erwähnenswert, dass wir die Kuratoren westlicher Spezialdienste namentlich kennen, in erster Linie natürlich die der amerikanischen CIA, die mit den ukrainischen Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten. Offenbar geben sie solche Ratschläge", stellte Putin fest.
Laut dem FSB und dem russischen Ermittlungskomitee handelt es bei den Verdächtigen um Mitglieder der in Russland verbotenen neonazistischen Terrororganisation "Nationaler Sozialismus/Weiße Macht". Diese seien russische Staatsbürger, die im Auftrag des ukrainischen Sicherheitsdienstes ein Attentat auf Solowjow geplant hatten, so FSB in seiner Mitteilung.
Bei der Durchsuchung wurden selbst hergestellter Sprengstoff, acht Molotowcocktails, sechs Makarow-Pistolen, ein Jagdgewehr, eine RGD-5-Granate, über 1.000 Patronen verschiedener Kaliber, Drogen, gefälschte ukrainische Pässe mit Fotos der Gruppenmitglieder, nationalistische Literatur und sonstige Utensilien beschlagnahmt.
"Die Mitglieder der kriminellen Gruppe gestehen, den Mord an Solowjow und ihre anschließende Flucht ins Ausland vorbereitet zu haben."
Der 58-jährige Solowjow zählt in Russland zu den bekanntesten Medienmachern. Bevor er Ende der 1990er-Jahre seine Karriere als Radio- und Fernsehmoderator begann, war er Geschäftsmann und Wirtschaftswissenschaftler gewesen. Im Jahre 2020 gründete er den multimedialen Live-Stream-Kanal Solowjow Live (Соловьёв Live), seit Kurzem wird er als Fernsehsender ausgestrahlt. Dabei moderiert Solowjow nach wie vor mehrere Sendungen im staatlichen russischen Rundfunk.
In den letzten Jahren sprach sich der Journalist wiederholt für eine härtere Ukraine-Politik der russischen Regierung öffentlich aus. In seinen Programmen treten regelmäßig Experten mit kritischen Positionen gegenüber der ukrainischen Regierung auf. Aus diesem Grund wird er in der Ukraine massiv angefeindet und als "russischer Propagandist" geschmäht.
Einige Tage zuvor hatte Solowjow selbst in einer Sendung behauptet, der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij habe sich über ihn beschwert. Er habe im engen Freundeskreis darum gebeten, "dass die Sache mit mir geklärt werden muss", betonte Solowjow. Nach der Festnahme der neonazistischen Untergrundgruppe machte er den ukrainischen Präsidenten direkt für gegen seine Person gerichtete Mordpläne verantwortlich.
Laut FSB-Chef Alexander Bortnikow fand die Festnahme am Montag statt, es seien insgesamt sechs Personen in Moskau festgenommen worden. Sie hätten bereits mehrere von Solowjow besuchte Orte ausgekundschaftet, um das Verbrechen zu verüben.
Der FSB veröffentlichte unterdessen das Video mit der Festnahme von vier verdächtigen jungen Männern. Alle waren am frühen Morgen aus ihren Betten geholt worden. In ihren Wohnungen wurden mehrere Handfeuerwaffen, Messer, ein Maschinengewehr, ukrainische Pässe und viele Gegenstände mit nazistischer Symbolik gefunden. In einem Notizbuch stand die offenbar aus einem Ferngespräch aufgezeichnete Anweisung zur Vorbereitung des Anschlages auf Solowjow.
Mehrere Verdächtigten bestätigten im Video unabhängig voneinander, dass sie an einem Mordkomplott gegen den Fernsehmoderator im Auftrag des ukrainischen Geheimdienstes SBU beteiligt gewesen waren. Einem der Männer zufolge stand der Auftrag direkt mit der russischen Militäroperation in der Ukraine in Verbindung und hätte "so schnell wie möglich" ausgeführt werden müssen. Auch andere bekannte russische Fernsehjournalisten wurden angeblich bereits als Ziel von Anschläge ausgemacht: etwa Dmitri Kisseljow, Jewgeni Popow, Olga Skabejewa, RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan und ihr Mann Tigran Keossajan.
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