Russland

Russland: Studie über Korruption bei Staatsaufträgen veröffentlicht

Russische Unternehmen, die sich um Aufträge im öffentlichen Sektor bewerben, geben angeblich große Mengen an Bargeld aus, um wichtige Verträge zu ergattern. Das zeigt eine neue Studie von Forschern der Moskauer Higher School of Economics.
Russland: Studie über Korruption bei Staatsaufträgen veröffentlichtQuelle: www.globallookpress.com © imagebroker.com / Joko

Eine von der Higher School of Economics (HSE) durchgeführte Studie, an der mehr als 1.200 Unternehmensvertreter teilnahmen und deren Ergebnisse der russischen Wirtschaftstageszeitung RBK am Montag zur Verfügung gestellt wurden, ergab, dass 71 Prozent der Anbieter bei staatlichen Ausschreibungsverfahren auf Korruption gestoßen sind. Die durchschnittlichen Schmiergelder werden auf rund 22,5 Prozent eines Vertragsvolumens geschätzt.

Die Forscher räumten jedoch ein, dass viele Befragte es aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung oder öffentlicher Verurteilung vermieden haben könnten, auf direkte Fragen zu unlauteren Geschäftspraktiken wahrheitsgemäße Antworten zu geben. Die überwältigende Mehrheit (83 Prozent) der Umfrageteilnehmer gab an, Korruption zu verurteilen.

Der Gesamtbetrag der Bestechungsgelder im öffentlichen Auftragswesen wird auf fast 88,9 Milliarden US-Dollar geschätzt – 6,2 Prozent des offiziellen nominalen BIP Russlands im Jahr 2020 oder etwas mehr als 35 Prozent der Einnahmen des föderalen Staatshaushalts. Nach Angaben des Instituts für öffentliche Verwaltung der HSE ist das Volumen der Bestechungszahlungen im Beschaffungswesen sogar höher als die Ausgaben für Bildung oder Gesundheit.

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten waren Vertreter von Kleinstunternehmen (53 Prozent), während 34 Prozent kleine Unternehmen, sechs Prozent mittlere Firmen und sieben Prozent Großunternehmen repräsentierten.

Anfang des Jahres hatte Wiktor Baldin, der Leiter der Arbeitsgruppe für Korruptionsbekämpfung der Generalstaatsanwaltschaft, bekannt gegeben, dass die meisten Bestechungsfälle im vergangenen Jahr in der russischen Hauptstadt Moskau gemeldet wurden. Die Stadt gilt nicht nur als ein globales Finanz- und Handelszentrum, sondern beherbergt auch Regierungsstellen und hohe Beamte.

Die Republik Tatarstan, die etwa 800 Kilometer östlich von Moskau liegt, belegte bei den unlauteren Geschäften den zweiten Platz. Das Produktionszentrum Baschkortostan, das Tourismus- und Handelszentrum Krasnodar und Tscheljabinsk, das Industriezentrum am Ural belegten ebenfalls vordere Plätze in der Rangliste.

Korruption ist in Russland schon lange ein Thema. Im Jahr 2018 ergab eine Umfrage, dass fast 80 Prozent der im Land lebenden Menschen die Einführung der Todesstrafe für korrupte Beamte wünschen.

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