Russland

Aufruf zu Impfung oder Selbstmord - Facebook sperrt Berater des Krim-Regierungschefs

Ein Beamter auf der Krim hat mit einem Beitrag auf Facebook eine Welle der Empörung ausgelöst. Er rief seine Follower auf, sich entweder gegen COVID-19 impfen zu lassen oder Selbstmord zu begehen. Facebook sperrte sein Profil für einen Tag.
Aufruf zu Impfung oder Selbstmord - Facebook sperrt Berater des Krim-RegierungschefsQuelle: Gettyimages.ru © Zephyr18

Oleg Krjutschkow, ein Berater des Regierungschefs der Republik Krim, hat mit einem Beitrag auf Facebook für einigen Zündstoff gesorgt. Darin appellierte er an seine Follower, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Bürger, die eine Impfung ablehnen, sollten ihm zufolge Selbstmord begehen:

"Denkt ihr, das wird an euch vorbeigehen? Keinesfalls! Ihr werdet sterben! Die Notfalldienste werden es nicht schaffen, die Rettungsteams arbeiten an ihren Grenzen. Oder ihr bekommt nicht rechtzeitig Sauerstoff. Die Ärzte fallen um! Die Krankenhausbetten stehen auf dem Flur! Wollt ihr sterben? Nehmt eine leichtere Methode: Galgenstrick, Gas, ertränkt euch zum Teufel! Belegt keine Krankenbetten, wenn euch euer Leben egal ist! Geht von alleine oder lasst euch impfen!"

Es folgte ein regelrechter Shitstorm. Viele empörte Nutzer fassten Krjutschkows Äußerungen als Aufrufe zu Gewalt und Selbstmord auf und erinnerten ihn daran, dass er selbst sich erst nach zwei überstandenen COVID-19-Erkrankungen hatte impfen lassen.

Facebook entfernte den Beitrag und sperrte Krjutschkows Seite für 24 Stunden. Der ehemalige Journalist gab zu, dass er Impfgegner bewusst provozieren wollte. Der Beamte sagte, dass er seine Wortwahl nicht für zu emotional halte. "Ich habe alles klipp und klar formuliert: Die Impfung ist die einzige Möglichkeit, um die Pandemie zu stoppen. Ich bekomme seit drei Tagen Drohungen von Impfgegnern. Wenn sich aber wenigstens jemand nach meinem Beitrag impfen ließ, und ich weiß, dass dies der Fall ist, dann ist das ausgezeichnet", erklärte er. 

In einem weiteren Beitrag erklärte Krjutschkow, er habe lediglich gemeint, dass Menschen, die Impfungen ohne medizinische Indikation verweigern, Verräter seien, die das Leben anderer gefährden und das Gesundheitssystem untergraben. Mehr als hundert Menschen hätten sich nach seinem Beitrag impfen lassen und würden nun nicht an COVID-19 sterben. "Das ist eine tolle Geschichte", resümierte er.

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