Russland

Umfrage: Nur 16 Prozent der Russen für westliches Demokratie-Modell – Sowjetsystem am beliebtesten

Russen sehnen sich nach sozialer Gerechtigkeit und Wohlstand. Für diese Ziele sind sie bereit, Abstriche bei politischen Freiheiten oder der "Großmachtstärke" zu machen. Die Nichtakzeptanz des westlichen politischen Systems ist auf einem historischen Hoch. So die Ergebnisse einer neuen repräsentativen Umfrage.
Umfrage: Nur 16 Prozent der Russen für westliches Demokratie-Modell – Sowjetsystem am beliebtestenQuelle: Sputnik © Maxim Blinow

Fast die Hälfte der Russen (49 Prozent) würde das politische System der Sowjetunion gegenüber dem aktuellen System in Russland sowie einer Demokratie nach westlichem Vorbild bevorzugen. Dies hat eine Umfrage des Moskauer Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum ergeben. Das Institut stellt der russischen Bevölkerung im Rahmen einer Langzeituntersuchung über Jahre hinweg die gleichen Fragen.

Das aktuelle Ergebnis ist der höchste Wert seit Anfang der 2000er-Jahre. Mit der wieder zunehmenden Zustimmung zum sowjetischen Staatsmodell geht auch die Akzeptanz für das derzeitige politische System verloren. Momentan würden nur 18 Prozent der Befragten für das heutige Regierungsmodell stimmen. Im Jahr 2015 war dieser Wert fast doppelt so hoch. Noch unpopulärer ist das "westliche" Modell. Die Ansicht, dass das beste politische System die "Demokratie nach Vorbild der westlichen Länder" ist, vertreten nur 16 Prozent der Befragten.

Am beliebtesten ist das "sowjetische" politische System bei Menschen im Alter von 55 Jahren und darüber, die fast zwei Drittel (62 Prozent) der Befragten ausmachen. Das derzeitige System eignet sich am besten für Russen zwischen 25 und 39 Jahren (22 Prozent). Ein Drittel (32 Prozent) der Befragten im Alter von 18 bis 24 Jahren bevorzugt eine "Demokratie nach westlichem Vorbild". Dem steht das positive Image das Sowjetsystems bei den jungen Menschen mit 30 Prozent allerdings fast kaum nach.

Die Akzeptanz des sozialistischen Modells lässt sich zudem durch weitere Fragen überprüfen. So bevorzugen fast zwei Drittel der Russen (62 Prozent) ein staatliches Planungs- und Verteilungssystem als Wirtschaftssystem. Dies ist die höchste jemals verzeichnete Zahl. Nur 24 Prozent der Befragten befürworten ein System, das auf Privateigentum und Marktfreiheit beruht. 

Rund zwei Drittel (66 Prozent) der Russen möchten Russland in erster Linie als "ein Land mit einem hohen Lebensstandard sehen, auch wenn es nicht zu den stärksten Ländern der Welt gehört". Fast ein Drittel der Russen (32 Prozent) würde Russland gerne als "Großmacht sehen, die von anderen Ländern respektiert und gefürchtet wird". 

Die Umfrage wurde vom 19. bis 26. August 2021 anhand einer repräsentativen landesweiten Stichprobe der städtischen und ländlichen Bevölkerung mit 1.619 Personen ab 18 Jahren in 137 Gemeinden in 50 Regionen der Russischen Föderation durchgeführt. Wie das Lewada-Zentrum mitteilt, wurde die Erhebung in den Wohnungen der Befragten in persönlichen Gesprächen gemacht. 

Mehr zum Thema - Augustputsch gegen Gorbatschow: Wer ist schuld am Zusammenbruch der Sowjetunion?

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team