Russland

Moskau: Weltbekannte Firmen ignorieren russische Recyclinggesetze und belügen die Behörden

In Russland findet zurzeit eine Recycling-Reform statt, die für viel Kritik aus der Wirtschaft sorgte. Laut dem russischen Umweltminister erfüllen mehrere internationale Firmen ihre Recycling-Verantwortung nicht und mogeln sich durch.
Moskau: Weltbekannte Firmen ignorieren russische Recyclinggesetze und belügen die BehördenQuelle: Sputnik © Denis Abramow

Große weltbekannte Unternehmen täuschen die russischen Behörden, indem sie falsche Angaben zur Entsorgung von Verpackungen und Waren machen. Damit verstoßen sie gegen die Gesetze des Landes über die erweiterte Herstellerverantwortung, einschließlich Recycling. Darauf wies der russische Minister für natürliche Ressourcen und Ökologie Alexander Koslow hin.

Er erklärte gegenüber der Wirtschaftszeitung RBK, dass diese großen Unternehmen auf diese Weise zusätzliche Kosten für den Umweltschutz vermeiden wollen. Koslow hob hervor:

"Wir müssen die Kontrolle übernehmen, denn in den Berichten einiger weltbekannter Unternehmen sehen wir, wie sie uns schamlos betrügen."

Seit dem Jahr 2015 gibt es in Russland ein Gesetz über die sogenannte erweiterte Herstellerverantwortung. Demnach sollen Hersteller Waren und Verpackungen entweder selbst entsorgen oder ein anderes Unternehmen gegen Gebühr damit beauftragen.

Nach Angaben der russischen Umweltaufsichtsbehörde Rosprirodnadsor haben bis zum Jahr 2020 nur 20.000 von vier Millionen in Russland gemeldeten Unternehmen entsprechende Berichte eingereicht.

Anfang 2022 sollen die verabschiedeten Recycling-Reformen, die zurzeit in Russland eingeführt werden, vollständig umgesetzt sein. Diese schreiben unter anderem ein 100-prozentiges Recycling von Verpackungen vor. Das Ministerium für natürliche Ressourcen und Ökologie geht davon aus, dass die Umweltsteuereinnahmen Moskaus nach der Umsetzung der Reform auf 136 Milliarden Rubel (1,6 Milliarden Euro) pro Jahr steigen werden.

Die Reform geriet vonseiten der Wirtschaft zwar in die Kritik, das Ministerium sei jedoch nicht bereit, seine Meinung zu ändern, so Koslow. Er betonte:

"Wir spüren alle Arten von Druck, auch von den Medien. Aber dies ist eine Strategie. Sie muss umgesetzt werden."

Im vergangenen Monat wurde bekannt, dass das Ministerium über ein Verbot von 28 Einwegartikeln in Russland nachdenkt, darunter Teller, Gläser, Tassendeckel und Kaffeekapseln.

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