Russland

Russland setzt angesichts überfüllter Mülldeponien auf Müllverbrennungsanlagen

Wachsende Probleme mit überfüllten Mülldeponien will die russische Regierung künftig mit Hilfe von Müllverbrennungsanlagen lösen. Dies verkündet der russische Sonderbeauftragte für Umweltschutz. Das Land wird Hunderte Anlagen dieser Art benötigen.
Russland setzt angesichts überfüllter Mülldeponien auf MüllverbrennungsanlagenQuelle: Sputnik © Pawel Lisizyn

Russland treibt Projekte voran, um mit Hilfe von Müllverbrennungsanlagen Strom zu produzieren. Dies teilte der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten für Umweltschutz, Ökologie und Verkehr Sergei Iwanow beim internationalen Sankt Petersburger Wirtschaftsforum mit. Er erklärte:

"Müll wird niemals enden. Er ist genau wie Wald, Wind und Sonne. Ich hoffe, die Sonne erlischt nicht und der Wind wird immer da sein. Wir müssen Verbrennungsanlagen bauen, damit es weniger Müll und mehr saubere Energie gibt."

Durch den Bau von Müllverbrennungsanlagen könnte es Russland gelingen, seine Probleme in der Abfallwirtschaft zu lösen, so der Beamte. Fünf solcher Anlagen seien bereits im Bau und Russland werde weitere 25 Müllverbrennungsanlagen bauen. Das Land werde laut Iwanow wahrscheinlich Hunderte solcher Anlagen benötigen.

Russland hat sich im Gegensatz zu China, das bis ins Jahr 2060 kohlenstoffneutral werden will, kein Netto-Null-Emissionsziel gesetzt. Dennoch sollen die Anlagen Berichten zufolge mit modernsten Filtersystemen ausgestattet werden, um die Luftverschmutzung gering zu halten. Anzumerken sei außerdem, dass die russische Regierung seit mehreren Jahren an einer Reformierung der russischen Abfallwirtschaft arbeitet. Im Rahmen dieser Umstrukturierung werden nicht nur Recyclinganlagen geschaffen, sondern auch Regelungen etabliert, die zukünftig eine Wiederverwertung des Großteils der Abfälle ermöglichen soll. Hierbei wird unter anderem auf deutsches Know-how zurückgegriffen. Verbrannt werden sollen ausschließlich Abfälle, die nicht wiederverwertet werden können.  

Erdgas weiterhin führende Energiequelle

Bis ins Jahr 2050 wird Erdgas die führende Energiequelle bleiben. Dies prognostizieren die Autoren des neuesten Energy Outlook von BP. Der Anteil von Gas am Primärenergiemix wird demnach im Business-as-usual-Szenario (BAU) auf 57 Prozent steigen, im Rapid-Szenario bei 48 Prozent bleiben und im Net-Zero-Szenario bis ins Jahr 2050 auf 23 Prozent fallen.

Gleichzeitig erwartet man, dass die Produktion aus erneuerbaren Energiequellen in allen Szenarien signifikant ansteigt, hauptsächlich getrieben von der Windenergieerzeugung. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Primärenergie würde im Business-as-usual-Szenario auf vier Prozent, im Rapid-Szenario auf 20 Prozent und im Net-Zero-Szenario sogar auf 48 Prozent steigen. Im letzteren Szenario würden erneuerbare Energien zur größten Energiequelle in Russland werden, stellen die Autoren der BP-Studie über die Energienachfrage unter verschiedenen staatlichen und globalen Politikstrategien fest.

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