Russland

Schöner Mist: Neue Skulptur in Form eines Misthaufens in Moskau aufgestellt

Ist das Kunst oder kann das weg? Viele Moskauer waren für die zweite Variante, als sie eine neue Skulptur aus Aluminium und Stahl am Ufer des Moskwa-Flusses sahen. Das Werk des Schweizer Künstlers Urs Fischer erinnert viele Passanten an einen großen Kothaufen.
Schöner Mist: Neue Skulptur in Form eines Misthaufens in Moskau aufgestelltQuelle: Sputnik © Alexei Maischew

Moderne Kunst ist nicht jedermanns Sache. So musste auch die neue Skulptur des Schweizer Künstlers Urs Fischer, die seit kurzem mitten in Moskau steht, viel Kritik einstecken. "Großer Lehm #4" wurde Stück für Stück mit einem Kran zusammengebaut. Es handelt sich um eine 50-fach vergrößerte Kopie eines Tonklumpens, den Fischer in seinen Händen knetete. 

Nach der Fertigstellung hatten die Moskauer gemischte Gefühle. Während einige das Werk bewunderten, fragten sich andere, warum im Zentrum der Hauptstadt nun ein großer Kackhaufen steht. Der Komiker Maxim Galkin wunderte sich, was dieses Objekt mitten in Moskau verloren hat. In einem Video auf Instagram beklagte er, die Skulptur sehe schrecklich und ekelhaft aus:

Es gibt keinen Sinn dahinter, keine Kunst. Warum sagt niemand, dass der König nackt ist? Dass solche Künstler nur mittelmäßige Leute sind, die ihre Mittelmäßigkeit hinter einer Art freier Form verbergen?

Viele Kollegen unterstützten Galkin. Es gab jedoch auch Prominente, die seiner Meinung widersprachen. Die Moderatorin Xenija Sobtschak nahm Urs Fischer in Schutz:  

Wenn man rund herum Scheiße sieht und in allem und in jedem Scheiße sieht, dann hat dieses Problem eindeutig etwas mit dir zu tun.

Die russische Kulturministerin Olga Ljubimowa sagte, das Werk trage zur Entwicklung des kulturellen Dialogs in der Gesellschaft bei. "Warum steht es da? Damit wir streiten können. Der eine findet es interessant, den anderen macht es wütend und ein anderer denkt, dies sei das Beste, was er je in seinem Leben gesehen hat, und schreibt darüber einen großen Blogbeitrag. Dies ist der Dialog, der entsteht, wenn man über dieses oder jenes Kunstwerk spricht", so die Politikerin. Allerdings fügte sie hinzu, dass die Skulptur sie persönlich nicht angesprochen habe. "Aus künstlerischer Sicht zuckte mein Herz beim Anblick dieser Skulptur nicht zusammen", erklärte sie.

Auch der Moskauer Bürgermeister schaltete sich in die Diskussion ein. Das Objekt sei ein kreatives Kunstwerk und weltweit gefragt, meinte Sergei Sobjanin.

Alle, die das Werk nicht verstehen, können in neun Monaten wieder aufatmen, denn dann soll es in ein anderes Land weiterreisen.

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