Europa

Sankt Petersburger Eremitage beschwert sich über Till Lindemann wegen NFT-Bildern mit Exponaten

Die Sankt Petersburger Eremitage und Till Lindemann streiten sich um Digitalkunstwerke. Das russische Museum wirft dem deutschen Musiker vor, mit seinem Projekt "NFTill" einen Urheberrechtsvertrag verletzt zu haben. Es geht um den Verkauf von NFT-Bildern mit Exponaten.
Sankt Petersburger Eremitage beschwert sich über Till Lindemann wegen NFT-Bildern mit ExponatenQuelle: www.globallookpress.com © © imago stock&people

Zwischen der Eremitage in Sankt Petersburg und dem deutschen Musiker Till Lindemann ist ein Streit um digitale Kunstwerke entbrannt. Am Freitag warf das weltberühmte Kunstmuseum dem Frontsänger von Rammstein vor, den Namen der Galerie und mehrere Exponate aus deren Beständen für das Projekt "NFTill" illegal genutzt zu haben. Somit könnte die Eremitage als eines der weltweit ersten Museen mit einer Verletzung des Urheberrechts im Bereich der kryptografischen Echtheitszertifikate NFT konfrontiert worden sein.

Zuvor hatte die Eremitage Lindemann vor dem Hintergrund des russisch-deutschen Freundschaftsjahres erlaubt, den Musikclip "Lubimiy Gorod" im Museum zu drehen. Nach den Dreharbeiten im Mai 2021 kündigte der Musiker eine Versteigerung von NFT-Bildern, darunter mit Ausstellungsgegenständen, an. Das Museum warnte Lindemann nach eigenen Angaben vor einem Verstoß gegen das Urheberrecht. Der Rammstein-Sänger habe eigenständig einen Vertrag unterzeichnet, wonach die Nutzung von Aufnahmen mit der Eremitage und deren Exponaten ausschließlich für den Musikclip erlaubt sei.

"Die Nutzung von Bildern mit Exponaten aus den Beständen des Museums und mit dessen Innenräumen für eine NFT-Sammlung mit dem Zusatz 'Hermitage Edition' war mit dem Museum nicht vereinbart und hätte nicht vereinbart werden können."

Trotzdem ließ Lindemann diese Warnung unbeachtet und lud sein Projekt "NFTill" auf einen virtuellen Marktplatz hoch. Die Eremitage nannte die Handlungen des Musikers ein "schmutziges Spiel".

"Die Eremitage dürfte wohl als eines der weltweit ersten Museen mit einer unredlichen Nutzung ihres Namens und ihrer Kunstwerke im NFT-Bereich konfrontiert worden sein."

Zuvor hatte das weltberühmte Kunstmuseum in Kooperation mit dem virtuellen Marktplatz Binance NFT eine Sammlung von NFT-Kunstwerken geschaffen. Dabei ging es um digitale Kopien von Meisterwerken aus den Beständen der Galerie. Unter ihnen waren die "Madonna Litta", die Leonardo da Vinci zugeschrieben wird, "Judith" von Giorgione, der "Fliederbusch" von Vincent van Gogh, die "Gartenecke in Montgeron" von Claude Monet und die "Komposition VI" aus dem Pinsel von Wassily Kandinsky.

Das Kürzel NFT steht für Non-Fungible Token. Dabei geht es um eine eindeutige kryptografische Zeichenkette, die nur in der ursprünglichen Gestalt übertragen werden kann. Solche Tokens werden derzeit oft in den Bereichen Digitalkunst und Musik verwendet, wo sie als eine Art Etikett oder Echtheitszertifikat für virtuelle Güter fungieren. Dadurch können NFTs wie einmalige Objekte gesammelt und gehandelt werden. Die Technologie erlebt gerade einen Boom. Zum Beispiel hat das US-Auktionshaus Sotheby's Ende Juni 2021 den Quellcode für das World Wide Web für 5,4 Millionen US-Dollar versteigert. Mitte Juni wurde eine NFT-Kopie einer Collage des Digitalkünstlers Beeple für gut 69,3 Millionen US-Dollar versteigert.

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