Russland

Deutsche Vertreterin bei der OPCW zu Causa-Nawalny: "Es war nicht genau Nowitschok"

Die deutsche Vertreterin bei der OPCW Gudrun Lingner ist auf einen Telefonstreich russischer Prankster hereingefallen. Einer der beiden gab sich als ein ukrainischer Abgeordneter aus und fragte die Botschafterin nach Informationen zum angeblichen Giftanschlag auf Alexei Nawalny.
Deutsche Vertreterin bei der OPCW zu Causa-Nawalny: "Es war nicht genau Nowitschok"Quelle: www.globallookpress.com © MFA Russia

Die russischen Journalisten Wowan (Wladimir Kusnezow) und Lexus (Alexei Stoljarow) sollen einen weiteren Politiker ausgetrickst haben. Dieses Mal fiel ihrem Prankster-Anruf die deutsche Botschafterin bei der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) Gudrun Lingner zum Opfer.

Wowan gab sich als der ukrainische Abgeordnete Alexander Mereschko aus und soll unter diesem Namen mit Lingner telefoniert haben. Die Aufnahme des Gesprächs wurde auf YouTube veröffentlicht:

Zum Jahrestag des vermeintlichen Giftanschlags auf den russischen Oppositionspolitiker Alexei Nawalny diskutierte der Prankster den Fall mit der deutschen Diplomatin und versuchte, die deutsche Position diesbezüglich zu klären.

Im Namen des ukrainischen Politikers verwies er darauf, dass Deutschland wegen des Giftanschlags keine Sanktionen gegen das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 verhängt hatte. Lingner soll sich geweigert haben, die deutsche Außenpolitik zu diskutieren, und unterstrich, sie habe ausschließlich mit Chemiewaffen zu tun.

Dann lenkte der Prankster die Aufmerksamkeit der Diplomatin darauf, dass die Informationen über die neuartige Variante des Kampfstoffs Nowitschok, die angeblich gegen den russischen Kremlkritiker eingesetzt worden war, von OPCW-Fachleuten bis heute nicht dargestellt worden seien. In der Aufnahme antwortete die Gesprächspartnerin von Wowan, sie sei keine Chemikerin und es habe sich nicht um Nowitschok, sondern um "etwas anderes" gehandelt:

"Das Ding, das verwendet wurde, ist chemisch sehr ähnlich zu
Nowitschok, aber es ist nicht genau dasselbe."

Anschließend brachte der Prankster das Thema Lithium auf den Tisch und erklärte, der hohe Lithiumwert im Blut von Nawalny könnte darauf hindeuten, dass der Politiker längere Zeit stimmungsaufhellende Mittel eingenommen hat. Diese Tatsache schließe darauf, dass nicht mit voller Sicherheit gesagt werden könne, dass Nowitschok eingesetzt wurde. Darauf erwiderte Lingner:

"Ich denke, Sie müssten sich darauf verlassen, worauf ich mich verlasse. Ob er depressiv gewesen ist oder nicht, weiß ich nicht. Ob er etwas eingenommen hat, weiß ich nicht. Eigentlich ist es mir völlig egal."

Moskau sieht in dem angeblichen Giftanschlag auf Nawalny eine absichtliche und geplante Provokation mit dem Zweck, dem Image Russlands zu schaden. Der Kremlkritiker bezichtigt russische Behörden dagegen des Mordversuchs.

Mehr zum Thema - Russland: Neue Anklage gegen Alexei Nawalny

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