Russland

Vertrauensverlust: Russen trennen sich von ihren Ersparnissen in US-Dollar

Die russische Bevölkerung scheint das Vertrauen in US-Dollar-Anlagen zu verlieren. Im Vergleich zum Vorjahr stießen deutlich mehr Menschen ihre Ersparnisse in der US-Währung ab, wobei deren Kauf in diesem Jahr um fast ein Viertel einbrach.
Vertrauensverlust: Russen trennen sich von ihren Ersparnissen in US-DollarQuelle: Reuters © Fawaz Salman

Russlands Zentralbank kaufte am Donnerstag auf dem Inlandsmarkt Devisen im Wert von 196 Millionen US-Dollar auf, da die russischen Bürger ihre Devisen in der US-Währung verstärkt verkaufen.

Die Finanzkontrollbehörde berichtete, dass die Menschen in Russland in der ersten Hälfte des Jahres 2021 begonnen hatten, häufiger Devisen zu tauschen. Das Volumen der im Juni umgetauschten Fremdwährungen war allgemein im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent gestiegen, wobei der durchschnittliche Betrag bei 1.000 US-Dollar gelegen hatte, berichtete die Tageszeitung Iswestija.

Die Russen scheinen zunehmend daran interessiert zu sein, besonders ihre Ersparnisse in US-Dollar loszuwerden, wobei die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent stiegen. Der Erwerb der US-Währung im Zeitraum Januar bis Juni 2021 ging um 24 Prozent zurück. Beim Euro war die Situation umgekehrt: Die Russen verkauften 22 Prozent weniger als im Jahr 2020 und kauften 29 Prozent mehr.

Das Volumen der auf dem heimischen Markt verkauften Währung belief sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf insgesamt 1,685 Billionen Rubel (19,5 Milliarden Euro).

Inzwischen meldete die russische Zentralbank auch einen Anstieg der Devisenverkäufe an Ausländer. Im Juli hatten diese auf dem russischen Markt internationale Währungen im Wert von 61 Milliarden Rubel (707,6 Millionen Euro) gekauft, so die Daten aus der Erhebung der Aufsichtsbehörde über Finanzmarktrisiken. Die Zentralbank erklärte:

"Beim Devisenhandel gab es einen Anstieg der Nachfrage nach ausländischen Währungen bei Ausländern. (...) Im Allgemeinen gab es im Juli keinen Mangel an Devisenliquidität, der Rubel wurde am Ende des Monats gegenüber dem US-Dollar und dem Euro stärker."

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