Russland

Geheimdienstchef: Giftstoffe könnten Nawalnys Bioproben außerhalb Russlands hinzugefügt worden sein

Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR hat erklärt, dass Russland teilweise die Wahrheit über die angebliche Vergiftung von Alexei Nawalny wisse. Sergei Naryschkin zufolge seien in den Proben des Oppositionellen vor dem Abflug nach Deutschland keine Giftstoffe nachgewiesen worden.
Geheimdienstchef: Giftstoffe könnten Nawalnys Bioproben außerhalb Russlands hinzugefügt worden seinQuelle: Sputnik © JEWGENI BIJATOW

Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, Sergei Naryschkin, hat in einem Interview mit dem russischen Moderator Wladimir Solowjow erklärt, dass Russland über glaubwürdige Informationen im Fall Alexei Nawalny verfüge. Außerdem habe man gewisse indirekte Hinweise. Der Geheimdienst wisse einen Teil der Wahrheit, aber nicht alles.

Naryschkin teilte mit, dass Moskau etwa ein Jahr vor der angeblichen Vergiftung des Oppositionellen glaubwürdige und zuverlässige Informationen erhalten habe, wonach in einem europäischen Staat ein Treffen zwischen mehreren NGOs, Geheimdiensten und Regierungsvertretern stattgefunden habe, auf dem man die Frage erörtert habe, wie sich die abklingende Protestbewegung in Russland aufrechterhalten lasse.

"Es wurde allen Ernstes die Frage erörtert, dass sakrale Opfer notwendig wären. Am besten sollte dieses sakrale Opfer aus der Reihe führender Personen der Protestbewegung kommen."

Der SWR-Chef verwies darauf, dass in den biologischen Proben Nawalnys vor dem Abflug nach Deutschland keine Giftstoffe nachgewiesen worden seien. Er vertraue absolut den russischen Fachleuten, zumal die Proben mit modernsten Geräten analysiert worden seien.

"Sollten tatsächlich irgendwelche Marker entdeckt worden sein, wäre es viel realer, anzunehmen, dass irgendwelche Stoffe seinem biologischen Material hinzugefügt worden waren."

Auf die Frage des Moderators, ob dies in Russland passiert sein könnte, antwortete der SWR-Chef mit einem entschiedenen Nein. Ihm zufolge könne man darauf aus den Gutachten der Ärzte und Fachleute schließen, die Nawalny in Russland behandelt hatten.

Der oppositionelle Politblogger war am 20. August 2020 auf einem Inlandsflug in Russland zusammengebrochen und ins Koma gefallen. Zunächst wurde er in einem Krankenhaus in Omsk behandelt. Die Ärzte stellten bei ihm eine Stoffwechselstörung fest und konnten keine Giftsubstanzen in seinem Körper nachweisen. Am 22. August 2020 wurde Nawalny auf Drängen seiner Familie und Anhänger in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt.

Ein Speziallabor der Bundeswehr hat laut Darstellung der Bundesregierung anschließend bei einer toxikologischen Untersuchung von Nawalnys Proben einen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe festgestellt. Dieses Ergebnis wurde von zwei weiteren Speziallaboren in Frankreich und Schweden angeblich bestätigt. Anschließend verhängte die Europäische Union Sanktionen gegen sechs russische Bürger und ein Forschungsinstitut. Als Reaktion darauf führte Russland Restriktionen gegen einige Vertreter Deutschlands und Frankreichs ein.

Der 45-Jährige beschuldigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich, seine Vergiftung angeordnet zu haben. Die russische Regierung weist die Vorwürfe zurück. Nawalny befindet sich unterdessen weiterhin in einem Straflager, nachdem ein Gericht in Moskau am 2. Februar 2021 Nawalnys Bewährungsstrafe wegen mehrfacher Verstöße gegen die Bewährungsauflagen aufgehoben und in eine Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren umgewandelt hat.

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