Russland

Als Folge der Entdollarisierung: Rubel steigt auf Elf-Monats-Hoch

Russland setzt seinen Kurs der Entdollarisierung fort und die globalen Rohölpreise steigen zugunsten der russischen Ölindustrie. In der Folge erreicht der russische Rubel den höchsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit Juli 2020.
Als Folge der Entdollarisierung: Rubel steigt auf Elf-Monats-HochQuelle: Sputnik © Maxim Blinow

Am Mittwoch wurde die russische Währung bei rund 72 Rubel gegenüber dem US-Dollar gehandelt, da die Ölpreise ein 26-Monats-Hoch erreichten und die Währungsbehörde des Landes die Leitzinsen anhob, um die Inflation einzudämmen. Unterdessen stiegen die Renditen russischer Anleihen in der vergangenen Woche, während die US-Renditen zurückgingen.

Liam Peach, Ökonom für Schwellenländer bei Capital Economics, kommentierte die weiteren zu erwartenden Bewegungen der russischen Währung und hob gegenüber CNBC hervor:

"Es ist wahrscheinlich, dass es in naher Zukunft mehr Raum für weitere Gewinne im Rubel gibt, da die Ölpreise und die lokalen Anleiherenditen weiter steigen."

Der Analyst fügte hinzu, dass das Gipfeltreffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem US-amerikanischen Amtskollegen Joe Biden am Mittwoch "eine weitere Rubel-Rallye auslösen könnte", da die Zusammenkunft zu einer kooperativeren Beziehung zwischen den beiden Ländern führen könnte.

Am Freitag erhöhte die russische Zentralbank den Leitzins um 50 Basispunkte auf 5,5 Prozent und markierte damit die dritte Anhebung in Folge seit März. Die Regulierungsbehörde will damit die jährliche Verbraucherinflation von sechs Prozent, die höchste seit dem Jahr 2016, eindämmen.

Seit der Bekanntgabe durch das russische Finanzministerium, wonach Moskau allein im Mai seine Bestände an US-Währung im Wert von fünf Milliarden US-Dollar aus dem russischen Nationalen Vermögensfonds verkauft hat, gewann der Rubel an Stärke. Zuvor hatte der russische Finanzminister Anton Siluanow erklärt, dass der Anteil des US-Dollar in dem Fonds im Juni auf null reduziert wird. Der Schritt ist Teil einer breiteren Kampagne der russischen Regierung, um die Exposition gegenüber der US-Währung zu reduzieren und das Land weniger anfällig für westliche Sanktionen zu machen.

In der vergangenen Woche kündigte das Ministerium Pläne an, die Fremdwährungsliquidität des Landes von US-Dollar auf Euro umzustellen. Der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Nowak teilte zudem mit, dass Russland bald in Versuchung geraten könnte, sich von in US-Dollar denominierten Rohöl-Verträgen abzuwenden, falls die US-Regierung weiterhin gezielte Wirtschaftssanktionen verhängt.

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