Russland

Tödliche Schießerei in Tatarstan: mehrere Kinder mit schweren Verletzungen im Krankenhaus

Bei einem Amoklauf an einer Schule in der russischen Stadt Kasan wurden neun Menschen getötet, darunter sieben Kinder. Zudem wurden 21 weitere Menschen zum Teil schwer verletzt, die meisten von ihnen sind ebenfalls Kinder.
Tödliche Schießerei in Tatarstan: mehrere Kinder mit schweren Verletzungen im KrankenhausQuelle: Sputnik © Maxim Bogodwid

Acht Personen, die am Dienstagmorgen bei einem Amoklauf in Kasan verletzt wurden, befinden sich in einem kritischen Zustand, wie das Bildungsministerium der russischen Teilrepublik Tatarstan berichtete. Der Gesundheitszustand von 13 weiteren Opfern sei demnach "mittelschwer".

Laut der Liste, die von der Behörde veröffentlicht wurde, sind unter den Verletzten sieben Kinder im Alter von unter zehn Jahren, elf Teenager im Alter von 13 bis 19 Jahren sowie zwei Personen im Alter von 50 und 62 Jahren. Das Alter eines Verletzten blieb noch unklar.

Zwei Schüler berichteten über ihre Erlebnisse während des Amoklaufs. Die Jungs hatten eine Physikstunde, als die Schießerei begann. Ihnen zufolge befanden sie sich zwei Räume von der Klasse entfernt, wo der Täter das Feuer auf Kinder eröffnete.

Zuvor hatte das örtliche Gesundheitsministerium berichtet, dass 18 Kinder nach dem Amoklauf in der Schule in das Klinische Kinderkrankenhaus Tatarstans eingeliefert wurden. Sechs Kinder seien in einem äußerst ernsten Zustand. 

Der Präsident der Republik Tatarstan Rustam Minnichanow besuchte die verletzten Kinder im Krankenhaus. Eine Schülerin erzählte, wie sie aus einem Fenster im Erdgeschoss ausgesprungen war, um sich vor dem Amokläufer in Sicherheit zu bringen. Medienberichten zufolge haben viele Verletzten Schuss- und Schnittwunden sowie Frakturen.

Kurz nach der Attacke auf die Schule riefen Ärzte die Bürger auf, Blut für die Verletzten zu spenden. Es soll bereits mehrere Freiwillige geben. "Nein, ich kenne niemanden aus dieser Schule. Aber das ist so eine große Tragödie, ich konnte nicht vorbeigehen und entschied mich, Blut zu spenden", sagte eine der Freiwilligen.

Die Schüsse fielen am Dienstagmorgen in der 175. Schule in Kasan, der Hauptstadt Tatarstans. Zuvor soll es laut Augenzeugen mehrere Explosionen gegeben haben. Infolge der Schießerei wurden eine Lehrkraft, ein Mitarbeiter der Schule und insgesamt sieben Kinder getötet. Weitere 21 Personen wurden verletzt. Der 19-jährige Verdächtige wurde festgenommen. Er soll die Schule vor vier Jahren abgeschlossen und danach Computertechnologie studiert haben. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen auf Telegram angekündigt haben. Er nannte sich einen Gott, der in der Gestalt eines Menschen erschienen sei, um "alle loszuwerden".

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