Russland

Moskau: Zwei Mitarbeiterinnen Nawalnys im Vorfeld von Straßenprotesten festgenommen

Die Moskauer Polizei hat am Mittwoch zwei Mitarbeiterinnen Alexei Nawalnys festgenommen – seine Pressesprecherin Kira Jarmysch und die Juristin Ljubow Sobol. Heute finden russlandweit Solidaritätskundgebungen für den Oppositionellen statt.
Moskau: Zwei Mitarbeiterinnen Nawalnys im Vorfeld von Straßenprotesten festgenommenQuelle: AP © SobolLubov

Nawalnys Pressesprecherin Kira Jarmysch wurde laut ihrer Anwältin am Mittwochvormittag von Beamten in ihrem Hauseingang in Moskau aufgegriffen, als sie gerade einkaufen gehen wollte. "Jarmysch hat es geschafft, mich anzurufen, kurz bevor sie festgenommen wurde", sagte ihre Anwältin, Weronika Poljakowa, zur Nachrichtenagentur TASS. "Ich kenne den Grund für die Festnahme bis jetzt nicht und weiß auch nicht, wohin man sie gebracht hat."

Die Juristin Ljubow Sobol, ebenfalls eine Vertraute Nawalnys, wurde ihrem Anwalt Wladimir Woronin zufolge von Polizisten aus einem Taxi gezerrt und weggebracht. Die beiden Frauen sind Nawalnys engsten Vertraute und vielleicht die prominentesten Figuren aus seinem Umfeld, die sich noch in Russland aufhalten.

Nawalnys Team hat für diesen Mittwoch in zahlreichen russischen Städten Proteste angekündigt, um die Forderung nach einer Freilassung Nawalnys aus dem Gefängnis zu untermauern. Der 44-Jährige befindet sich derzeit in einem Gefängniskrankenhaus und klagt über Schmerzen im Rücken und im Bein. Einige seiner Unterstützer behaupten, dass der Aktivist bald sterben könnte. Aus Protest gegen mangelnde medizinische Versorgung ist er vor rund drei Wochen in einen Hungerstreik getreten.

Die russische Ombudsfrau für Menschenrechte, Tatjana Moskalkowa, teilte am Mittwoch mit, dass der Politblogger von vier Medizinern besucht wurde, die nicht zum Föderalen Strafvollzugsdienst FSIN gehören. Laut Moskalkowa gebe es derzeit keinen Grund, sich um Nawalnys Gesundheitszustand zu sorgen. Er erhalte alle notwendigen Therapien und Infusionen.

Die Moskauer Behörden hatte vor einer Teilnahme an den nicht genehmigten Demonstrationen gewarnt und angekündigt, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die öffentliche Ordnung zu gewährleisten.

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