Russland

War Biden bereits Ziel einer russischen Geheimdienstoperation? Spott nach tschechischer Ermittlung

Eine Welle des Spottes ergießt sich im russischsprachigen Internet, nachdem die tschechische Polizei zwei Verdächtige identifizierte, die mit einer Explosion im Jahr 2014 in Verbindung stehen sollen. Die Männer sollen auch für die Skripal-Vergiftung verantwortlich sein.
War Biden bereits Ziel einer russischen Geheimdienstoperation? Spott nach tschechischer Ermittlung© Twitter / @AlexanderKhlob3; (insets) (L) Alexander Petrov, (R) Ruslan Boshirov © Reuters / Met Police

Ein diplomatischer Skandal hat die russisch-tschechischen Beziehungen an diesem Wochenende kurz vor einem geplanten Besuch des tschechischen Außenministers Jan Hamáček in Moskau erschüttert. Prag wies 18 russische Diplomaten aus und beschuldigt Moskau, vor mehreren Jahren Geheimdienstagenten zur Sprengung eines Munitionsdepots eingesetzt zu haben.

Die Nachricht wäre in Russland mit weitaus weniger Belustigung aufgenommen worden, wenn es sich nicht ausgerechnet um diese beiden Männer gehandelt hätte. Während die tschechische Polizei die Explosion im Jahr 2014 nicht direkt erwähnte, nannte sie die Region, in der sie stattfand und beschuldigte dieselben Leute, die bereits von Großbritannien beschuldigt werden, den russischen Doppelagenten Sergei Skripal, der 2018 in Salisbury angeblich vergiftet wurde, ins Visier genommen zu haben. Bekannt als Alexander Petrow und Ruslan Boschirow, sollen sie Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU sein.

Der Zeitpunkt der Enthüllung und die öffentlichkeitswirksamen Identitäten der Beschuldigten ließen vielen Menschen in Russland wenig Zweifel daran, dass es sich lediglich um einen gegen Moskau gerichteten PR-Gag handelt. Man reagiert darauf mit Witzen und Memes.

"Hier kochen Petrow und Boschirow 'Nowitschok' in Prag. Filmmaterial des tschechischen Geheimdienstes", scherzte ein Nutzer und postete ein Fragment eines kultigen tschechischen Kinderfilms, der in den späten 1960er-Jahren produziert wurde.

Ein anderer postete einen vorgeblichen Fotobeweis, der das Duo beim Sprengen des Munitionsdepots zeigen soll. Die Bilder stammen aus "Bolek und Lolek", einem anderen in der UdSSR sehr beliebten Kindertrickfilm aus Polen.

Wieder ein anderer Beitrag "zeigte", wie Petrow und Boschirow ihre Befehle direkt von Wladimir Putin selbst bekommen haben sollen. Hierbei sollte erwähnt werden, dass es in diesem Trickfilm um einen Schüler geht, der ein Freigeist sein will, der andere seine Aufgaben machen lässt. Hierbei fällt er aber immer wieder auf die Nase, auch wegen der beiden unglücklichen "Helfer", die jede seiner Anweisungen auf die schlimmste Art und Weise befolgen.

Andere Kommentatoren konzentrierten sich darauf, welche weiteren Verbrechen Petrow und Boschirow als Nächstes zur Last gelegt werden könnten. Könnte es sein, dass der Vorfall mit der Suez-Blockade in Wirklichkeit Putins Plan war, der fünfdimensionales Schach spielt?

Wie wäre es mit der Ermordung von JFK, dem Angriff auf Pearl Harbor und Joe Bidens Versuch, die Treppe zur Air Force One ohne Zwischenfall hinaufzusteigen? Könnte es sein, dass dieselben "russischen Agenten" sich als Karl Marx und Friedrich Engels ausgaben, um das Kommunistische Manifest zu schreiben? Waren die tatsächlichen letzten Worte von Julius Cäsar "Et tu Baschirow"? Und wo waren diese beiden Männer, als der Ausbruch von COVID-19 in China begann?

Ein Kommentator fasste die Reaktion wie folgt zusammen:

"Die Nachricht 'Petrow und Baschirow waren hier' wird von Komikern in einer zunehmenden Anzahl von NATO-Bündnisstaaten entdeckt."

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