Russland

Russland bietet Technologie zur Verringerung von Impfstoff-Nebenwirkungen an

Das Gamaleja-Zentrum, die Entwicklungseinrichtung von Sputnik V, ist bereit, anderen Herstellern Reinigungstechnologien bei der Impfstoffherstellung zur Minimierung von Nebenwirkungen zu vermitteln. Dies erklärte das Forschungszentrum am Mittwoch.
Russland bietet Technologie zur Verringerung von Impfstoff-Nebenwirkungen anQuelle: Sputnik © Timur Batyrschin

Reinigungstechnologien bei der Herstellung von Impfstoffen sind in Bezug auf mögliche Nebenwirkungen von Bedeutung. Da bisher keine schwerwiegenden Nebenwirkungen bei der Impfung mit Sputnik V festgestellt wurden, bietet der Entwickler des russischen Vakzins an, seine Reinigungstechnologien anderen Ländern zu vermitteln.

Das Gamaleja-Zentrum betonte, dass eine Analyse der Ergebnisse klinischer Studien über die Massenimpfung mit Sputnik V keinen einzigen Fall einer Sinusthrombose aufzeigt. Überdies wird bei der Herstellung von Sputnik V eine Reinigungstechnologie verwendet, die zwei Stufen der Chromatographie und zwei Stufen der Tangentialfiltration umfasst.

Jeder Impfstoff, der auf Basis adenoviraler Vektoren hergestellt wird, weist seine eigenen individuellen Merkmale auf und ein direkter Vergleich zwischen diesen Mitteln ist falsch, erklärte die Forschungseinrichtung:

"In dieser Hinsicht gibt es keinen Grund, die Sicherheitsdaten, die während der Verwendung eines Impfstoffs erhalten wurden, auf die Sicherheitsdaten der verbleibenden Impfstoffe zu übertragen."

Medien hatten über Blutgerinnsel bei einigen Menschen als Folge einer Impfung mit dem Vakzin der britisch-schwedischen Firma AstraZeneca berichtet. Kurz darauf geriet auch das Mittel des US-amerikanischen Konzerns Johnson & Johnson in Verdacht.

Impfungen mit AstraZeneca wurden in einer Reihe von Ländern ausgesetzt. Später nahm die EU-Regulierungsbehörde EMA Blutgerinnsel als seltene Nebenwirkungen in die Liste auf. US-Behörden empfahlen, die Anwendung des Vakzins von Johnson & Johnson einzustellen. Experten erkannten Thrombosen als eine seltene Immunantwort auf den vom Impfstoff verwendeten adenoviralen Vektor. Als Konsequenz stellte das Unternehmen Lieferungen in die EU ein.

Laut der russischen medizinischen Aufsichtsbehörde verursacht der russische Impfstoff Sputnik V, der mit einer ähnlichen Technologie hergestellt wurde, keinerlei Nebenwirkungen dieser Art.

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