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Russland: Ex-Gouverneur ließ Mitarbeiter als Yeti verkleiden, um Tourismus anzukurbeln

Um mehr Touristen anzulocken, beauftragte ein ehemaliger russischer Gouverneur einen Mitarbeiter, sich als Yeti zu verkleiden. Dieser sollte in einem Kostüm durch den Wald laufen und sich nicht erwischen lassen. Der Politiker gestand seinen skurrilen Plan auf Instagram.
Russland: Ex-Gouverneur ließ Mitarbeiter als Yeti verkleiden, um Tourismus anzukurbeln© Instagram / tuleev_a.g

Berichte über die Sichtungen des Yeti waren schon lange Teil der lokalen Überlieferung im Gebirge Bergschorien in Südsibirien. Einige Jäger behaupten, dem pelzigen, zwei Meter großen Fabelwesen in freier Wildbahn persönlich begegnet zu sein. Auch der ehemalige Gouverneur der russischen Region Kemerowo wollte die Gerüchte über den mysteriösen Schneemenschen unbedingt aufrechterhalten – aus finanziellen Gründen.

Aman Tulejew, der die Region von 1997 bis 2018 geleitet hatte, gestand in einem Beitrag auf Instagram, dass er zu dem Hype rund um das Wesen selbst beigetragen hatte. "Ich muss gestehen: Ich bin schuldig. Ich war es, der das Interesse für den Yeti geweckt hatte", schrieb der 76-Jährige am Donnerstag.

Um den lokalen Tourismus anzukurbeln und das Interesse an dem Monster zu wecken, bezeichnete er den Bezirk Taschtagol zunächst als Yetis Heimatland. Im Jahr 2010 führte Tulejew in Bergschorien einen neuen Feiertag ein, den sogenannten Yeti-Tag, der mit der Eröffnung der Ski-Saison zusammenfiel. Die Behörden versprachen demjenigen, der das mythische Wesen fangen würde, einen Finderlohn in Höhe von einer Million Rubel (rund 11.000 Euro). Der Plan ist zunächst aufgegangen, es kamen tatsächlich mehr Touristen. Da aber niemand den Schneemenschen finden konnte, nahm das Interesse allmählich wieder ab. Deshalb wies Tulejew den Bezirksleiter an, einen großen Mann zu finden, der im Yeti-Kostüm in den Wäldern herumlaufen sollte, damit die Touristen ihn sichten, aber nicht fangen konnten.

Der Mitarbeiter, der den Yeti spielte, erhielt eine finanzielle Entschädigung und wurde aufgefordert, zu schweigen. Damit der Schauspieler nicht getötet würde – beispielsweise von Jägern –, betonten die Behörden, dass der Finderlohn nur ausgezahlt werde, wenn der Schneemann lebend gefangen wird. "Ich weiß nicht, wie Bezirksleiter Wladimir Makuta es geschafft hat, aber das Interesse am Yeti blieb hoch", gestand der Politiker.

Tulejew selbst ist kein Yeti-Leugner. Er schrieb, dass er einmal eine lange Fahrt mit dem Schneemobil zu einer Höhle in  Bergschorien unternommen hatte, wo sich Yetis angeblich aufhalten sollen – allerdings ohne Erfolg. "Niemand hat den Yeti bisher gefunden. Aber man soll nicht verzweifeln. Vielleicht wandert er wirklich irgendwo herum. Vielleicht begegnet ihm ja einmal jemand. Sein Name wird dann in die Weltgeschichte eingehen", schrieb er auf Instagram.

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