Russland

Russische Forscher entwickeln Vergleichsstamm von SARS-CoV-2

In Russland gibt es nun einen mustergültigen SARS-CoV-2-Stamm. Damit wollen die Gesundheitsbehörden alle Testsysteme zur Entdeckung des Erregers auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Der Vergleichsstamm soll auch bei der Suche nach einer Arznei gegen COVID-19 helfen.
Russische Forscher entwickeln Vergleichsstamm von SARS-CoV-2Quelle: Sputnik © JEWGENI KOSYREW

Russische Virologen haben einen modellhaften Stamm des Coronavirus entwickelt. Wie die Pressestelle des russischen Gesundheitsministeriums mitteilte, werde man mithilfe des Vergleichsstamms alle Testsysteme zur Entdeckung des COVID-19-Erregers auf einen gemeinsamen Nenner bringen und das Vorhandensein des Coronavirus etwa in der Umwelt feststellen können. In der entsprechenden Erklärung hieß es unter anderem:

"Das Standardmuster des inaktivierten SARS-CoV-2-Stamms ist eine einzigartige Entwicklung des Nationalen Gamaleja-Forschungszentrums für Epidemiologie und Mikrobiologie."

Demnach wurde das mustergültige Coronavirus im Allrussischen Forschungsinstitut des Metrologischen Dienstes erfolgreich getestet. Danach wurde es von der Föderalen Agentur für technische Regulierung und Metrologie (Rosstandart) offiziell genehmigt.

Das russische Gesundheitsministerium begründete die Entwicklung des SARS-CoV-2-Vergleichsstamms damit, dass er laufende Studien über die Wirksamkeit der bereits existierenden Medikamente gegen die Krankheit COVID-19, aber auch die Suche nach neuen Arzneimitteln präziser machen wird.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf. Manche Mutationen verschaffen dem Erreger Vorteile, indem sie ihn etwa leichter übertragbar machen. Momentan sind weltweit mehrere unterschiedliche SARS-CoV-2-Stämme bekannt. Bislang gibt es aber keine wissenschaftlichen Belege, ob diese Mutationen tödlicher sind. Besondere Virusvarianten wurden zum Beispiel in Großbritannien, Südafrika, Brasilien und in den USA entdeckt.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurden in Russland über 3,9 Millionen positiv Getestete registriert, mehr als 75.200 Menschen starben im Zusammenhang mit der Krankheit COVID-19. Allein in den vergangenen 24 Stunden wurden 16.714 neue Befunde gegenüber 16.474 am Mittwoch bestätigt. In derselben Zeitspanne starben 521 testpositive Patienten gegenüber 526 am Vortag.

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