Russland

Gorbatschow: Ausschreitungen in Washington stellen weiteres Schicksal der USA infrage

Die Proteste der vergangenen Nacht am US-Regierungssitz in Washington haben die Zukunft der USA als Staat infrage gestellt, meint der Ex-Präsident der UdSSR Michail Gorbatschow. Ihm zufolge handelte es sich beim Sturm auf das Kapitol um eine "vorweg geplante" Aktion.
Gorbatschow: Ausschreitungen in Washington stellen weiteres Schicksal der USA infrageQuelle: Reuters © Mike Segar

Im Interview mit der russischen Zeitung Interfax erklärte Michail Gorbatschow in Bezug auf die Ausschreitungen am US-Kongress am Mittwoch, dass sie "offenbar vorausgeplant" gewesen seien und ihre Drahtzieher "auf der Hand liegen" würden. Der Politiker führte aus:

"Aber es geht hier nicht nur um die Ausschreitungen. Ihre Aufgabe ist klar, jedoch nur auf den ersten Blick. So einfach ist das alles nicht."

Die wirklichen Gründe für die Proteste in Washington würden mit der Zeit geklärt werden, legte Gorbatschow nahe. Er sagte:

"Die Menschen der neuen Generation werden verstehen, dass das Wettrüsten den Tod bedeutet, und sie werden bereit sein, entsprechende Schlüsse für dessen Beendigung zu ziehen. Es wird beendet werden, aber allmählich. Es wird eine Wendung zur Deeskalation, eine Wendung zum Verzicht auf das Wettrüsten geben, davon bin ich überzeugt."  

Der Ex-Präsident erinnerte sich des Weiteren an die Abrüstungsverhandlungen mit den USA zu seiner Amtszeit und meinte diesbezüglich:

"Als ich seinerzeit den Abrüstungsvertrag unterzeichnet habe, war dies durchaus keine einfache Zeit: Wir hatten Gegner, starke Gegner, aber wir haben es durchgesetzt, weil wir Frieden wollten. Die Menschen, die sich dem Krieg widersetzen, werden sich vereinen, und ihre Anführer werden eine Lösung finden müssen. Sie werden eine Lösung und neue Formen des Dialogs unter Berücksichtigung neuer Waffenarten finden. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben. Ich verliere nicht die Hoffnung auf die jungen Menschen."  

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