Russland

Russischer Generalstabschef nennt Risikofaktoren für einen Atomschlag

Bei einem Briefing für ausländische Militärattachés hat der Generalstabschef der russischen Streitkräfte die Hauptfaktoren genannt, die das Risiko eines Atomschlags erhöhen. Ihm zufolge gehören dazu militärische Konfrontationen im Cyberspace und im Weltraum.
Russischer Generalstabschef nennt Risikofaktoren für einen AtomschlagQuelle: Sputnik © Alexei Jereschko

Der Generalstabschef der Streitkräfte der Russischen Föderation Waleri Gerassimow hat bei einem Briefing für ausländische Militärattachés vor möglichen Zwischenfällen mit Atomwaffen gewarnt. Als zusätzliche Risikofaktoren nannte der erste stellvertretende Verteidigungsminister Streitsituationen im Weltraum und im Cyberspace:

"Die militärische Rivalität erstreckt sich auf den Cyberspace und den Weltraum, was das Risiko von Zwischenfällen aufgrund von Eingriffen in Systeme erhöht, die einen Einsatz von Atomwaffen steuern und gewährleisten."

Der Generalstabschef erinnerte daran, dass Russlands nukleare Abschreckung rein defensiv sei und darauf abziele, das Potenzial der Nuklearstreitkräfte auf einem für die Eindämmung ausreichenden Niveau zu halten. Gerassimow fügte hinzu, Russland habe bislang der Erfüllung internationaler Verpflichtungen im Bereich der Rüstungskontrolle besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Ihm zufolge sind die Elemente der Kontrolle heute nur noch im START-Vertrag enthalten, der am 5. Februar nächsten Jahres ausläuft. Dem General zufolge sind nach diesem Datum die im Vertrag geschriebenen Einschränkungen weder für Russland noch für die USA verbindlich. 

"Wir betrachten diese Situation als schwierig, aber überwindbar."

Gerassimow äußerte sich auch besorgt über die zunehmende Zahl an NATO-Militärübungen und -Provokationen in der Nähe der russischen Grenzen. Ihm zufolge sind diese eindeutig gegen Russland gerichtet. Daran beteiligten sich immer öfter Nicht-NATO-Staaten. Er stellte auch eine signifikante Erhöhung der Militärbudgets der NATO-Staaten und ihres militärischen Potenzials fest, auch im Bereich der Raketenabwehr. Gerassimow zufolge ermöglicht der Einsatz von nichtnuklearen Hochpräzisionswaffen mit großer Reichweite die Lösung von Aufgaben, die bisher nur mit dem Einsatz von Atomwaffen durchgeführt werden konnten.

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