Russland

Nach Sacharowas Post über Vučić: Serbisches Außenministerium lädt russischen Botschafter vor

Nach einem Facebook-Post der Sprecherin des russischen Außenministeriums wurde der russische Botschafter in Belgrad ins serbische Außenministerium vorgeladen. In ihrem Beitrag kommentierte die Diplomatin die jüngsten Kosovo-Verhandlungen im Weißen Haus ironisch.
Nach Sacharowas Post über Vučić: Serbisches Außenministerium lädt russischen Botschafter vorQuelle: AFP © POOL / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa veröffentlichte am Samstag auf ihrem Facebook-Profil einen Beitrag zum Thema der letzten Kosovo-Verhandlungen im Weißen Haus. Darin kommentierte sie ein Foto, auf dem der serbische Präsident Aleksandar Vučić auf einem Stuhl vor dem pompösen Arbeitstisch von US-Präsident Donald Trump sitzt, auf ironische Weise. Sie deutete an, dass die Situation wie ein Verhör aussehe, und empfahl scherzhaft, in so einer Situation immer die Beine übereinanderzuschlagen.

Der Facebook-Beitrag der russischen Diplomatin rief Empörung auf serbischer Seite hervor. Diese lud den russischen Botschafter in Belgrad diesbezüglich "für eine mündliche Erklärung" ins Außenministerium vor.

Sacharowa entschuldigte sich offiziell und ergänzte ihren Post mit den Worten:

Ich bitte um Entschuldigung, aber mein Beitrag wurde falsch interpretiert! Das Einzige, das er enthielt, war Abneigung gegen die Arroganz der 'Exzeptionalisten' [Anspielung auf den US-amerikanischen Exzeptionalismus].

Protokollarische Tricks sind eine der Techniken, die US-amerikanische Beamte regelmäßig anwenden, um künstlich den Anschein ihrer eigenen Exklusivität zu erwecken – und das ist inakzeptabel.

Если Вас позвали в БД, а стул поставили так, будто Вы на допросе, садитесь как на фото #2. Кем бы Вы ни были. Просто...

Gepostet von Maria Zakharova am Samstag, 5. September 2020

Der Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow kommentierte die Situation mit den Worten:

Es mag in der Tat Missverständnisse in Bezug auf einige Formulierungen gegeben haben. Ich weiß, dass sich meine Kollegin entschuldigt hat, daher gehen wir davon aus, dass niemand an dem Engagement und dem tiefen Respekt [Russlands] für Serbien im Allgemeinen und die serbische Führung im Besonderen zweifeln wird.

Am Montag erklärte der serbische Außenminister und erste stellvertretende Ministerpräsident Ivica Dačić, dass die Situation geklärt wurde und keine negativen Folgen für die russisch-serbischen Beziehungen haben wird.

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