Nordamerika

US-Sicherheitsberater John Bolton: "USA tolerieren keine Einmischung von außen in Venezuela"

Washington verabscheue den Gedanken, dass ausländische Mächte in die westliche Hemisphäre eingreifen, so Sicherheitsberater John Bolton. Er forderte das venezolanische Militär auf, sich auf die Seite des von den USA unterstützten Oppositionsführers Juan Guaidó zu schlagen.
US-Sicherheitsberater John Bolton: "USA tolerieren keine Einmischung von außen in Venezuela"Quelle: Reuters © Jim Yong

Der nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, schrieb am Montag auf Twitter: 

Die Vereinigten Staaten werden nicht tolerieren, dass sich feindliche ausländische Militärmächte in die gemeinsamen Ziele der westlichen Hemisphäre – Demokratie, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit – einmischen. Das venezolanische Militär muss zum Volk Venezuelas stehen. 

Der Tweet Boltons galt Moskau. Russland hatte Militärpersonal nach Caracas entsandt, um dort die Zusammenarbeit mit der Verteidigungsindustrie zu diskutieren. Die Beratungen standen jedoch nicht im Zusammenhang mit den politischen Unruhen im Land und hatten begonnen, lange bevor Juan Guaidó die politische Bühne betrat.

Guaidó hatte sich im Februar zum Interimspräsidenten Venezuelas ernannt. Neben den USA sprachen ihm mehr als 50 Länder ihre Unterstützung aus. Der venezolanische Außenminister Jorge Arreaza verwies bei der Kritik aus Washington an der Zusammenarbeit mit Russland auf die zahlreichen US-Stützpunkte in der Welt und sprach vom "Zynismus" der USA.

Bolton löste mit seinem Twitter-Eintrag viele Kommentare aus. Der leitende Berater des Weißen Hauses hat sich in der Vergangenheit wiederholt Twitter bedient, um seine einzigartige Vision der Welt zu verbreiten: 

(Venezuela) ist ein Land in unserer Hemisphäre und es war das Ziel der (US-)amerikanischen Präsidenten, bis zu Ronald Reagan zurückgehend, eine vollkommen demokratische Hemisphäre zu haben. 

Neben seinen unzähligen Äußerungen über die Notwendigkeit eines Regimewechsels in Venezuela hat Bolton auch den Iran und Syrien im Visier.  Der russische Außenminister Sergei Lawrow bezeichnete die Aussage als "arrogant" und "beleidigend" für alle Länder Lateinamerikas.