Nordamerika

17 Jahre nach 9/11 - Gedenken an die Opfer und Kriegstrommeln in Syrien

Die USA erinnern an die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 und die mehr als 3.000 Opfer. 17 Jahre danach wird ein Angriff der USA, diesmal in Syrien, befürchtet, der auch auf iranische und russische Ziele ausgeweitet werden könnte.
17 Jahre nach 9/11 - Gedenken an die Opfer und Kriegstrommeln in Syrien Quelle: Reuters © Peter Morgan-Files HB

Mehr als 3.000 Menschen kamen durch die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 ums Leben. Erst an diesem Sonntag, 17 Jahre danach, wurde wieder die Cortlandt Street U-Bahnstation, unterhalb des ehemaligen World Trade Centers - heute Ground Zero, eröffnet. 

US-Präsident Donald Trump wird gemeinsam mit seiner Frau Melania anlässlich des 17ten Jahrestages der Anschläge am 11. September 2001 in Pennsylvania der Todesopfer von Flug 93 gedenken. Flug 93 war eines von vier entführten Flugzeugen und schlug ein einem Feld der Stadt Shanksville auf. Der Flug sollte von Newark (New Jersey) nach San Francisco gehen. Die 40 Passagiere und Crewmitglieder an Bord erfuhren über Telefon von ihren Angehörigen, dass zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers gelenkt wurden und versuchten eine ähnliche Szene zu verhindern. Seither gelten sie als tapfere Helden. 

Die Flugzeugentführer wollten, so wird vermutet, die Maschine in das Capitol, den Sitz des Repräsentantenhauses und des US-Senats steuern. Den Todesopfern des Flugs zum Gedenken wurde ein "Turm der Stimmen" errichtet. Darin ist ein Windspiel angebracht, bestehend aus 40 Elementen als Symbole für die 40 Opfer, welches je nach Windrichtung und Windstärke seinen Klang verändert.  

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, sagte 

an diesen furchtbaren Tag erinnernd.... und gewiss diejenigen Individuen ehrend, deren Verlust nicht nur an diesem Tag zu beklagen ist, sondern die auch ihre Leben aufs Spiel setzten, um bei diesem Vorhaben zu helfen. 

Um 10:03 Uhr werden die Namen der Todesopfer verlesen.

Terroranschläge als Auftakt zum Krieg 

Nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 erklärte der damalige US-Präsident George W. Bush am 12. Oktober, dass der Kampf gegen den Terrorismus nicht nur in Afghanistan geführt werden könnte und stellte den irakischen Präsidenten Saddam Hussein als "bösen Menschen" dar.

Am 6. September des folgenden Jahres flog das US-Militär erste Angriffe auf den Westen des Irak und zielte damit auf irakische Luftabwehrstellungen. Neben dem Irak wurden der Iran und Nordkorea von Bush zu einer "Achse des Bösen" stilisiert. Im Dezember 2002 wurden schließlich 25.000 US-Soldaten in die Golfregion entsandt.

Alle Versuche des Iraks und der Nachbarländer, eine friedliche Lösung zu erzielen, scheiterten. Die Waffeninspektionen im Irak wurden von den USA als unzureichend bewertet. Weitere 62.000 US-Soldaten folgten im Januar 2003 in den Irak. Tonbänder und Aufnahmen von Satelliten sollten beweisen, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfüge und Al-Kaida unterstütze. Am 20. März 2003 griffen die USA die Hauptstadt Bagdad direkt an. Damals sagte Bush: 

Dies wird kein Feldzug halber Maßnahmen, und wir werden keinen anderen Ausgang akzeptieren als den Sieg. 

Saddam Hussein entgegnete damals: 

Der kriminelle kleine Bush hat ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. 

Heute, 17 Jahre danach, tut sich ein weiteres Schlachtfeld im Nahen Osten auf. Die US-Regierung ist sich nach Berichten in der US-Presse gewiss, dass der syrische Präsident Baschar Al-Assad Chemiewaffenangriffe auf die letzten Rebellenhochburgen in Idlib plant und behauptet, dass "Vergeltungsangriffe" der USA somit unvermeidbar sind. Auch das deutsche Bundesministerium für Verteidigung prüft gemäß einem Wunsch der US-Regierung eine deutsche Beteiligung an möglichen militärischen Aktionen.

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