Nordamerika

US-Streitkräfte simulierten Ernstfall: Reaktion auf Angriff mit Hyperschallraketen trainiert

Die USA haben ihre Truppen auf die Folgen eines möglichen Angriffs mit Hyperschallraketen auf amerikanische Städte vorbereitet. An der Übung "Dense Urban Terrain" (DUT) nahmen in der vergangenen Woche Mitglieder der US-Nationalgarde sowie zahlreiche militärische und zivile Stellen teil.
US-Streitkräfte simulierten Ernstfall: Reaktion auf Angriff mit Hyperschallraketen trainiertQuelle: www.globallookpress.com © Bjoern Trotzki via www.imago-images.de

Sie fliegen schneller als der Schall, überlisten die gegnerische Flugabwehr und können zudem auch Nuklearwaffen tragen. Hyperschallraketen stellen nicht nur eine reelle Gefahr dar, sie lassen dem angegriffenen Staat angesichts ihrer fortschrittlichen Technik auch nur wenig Zeit, schützende Gegenmaßnahmen zu initiieren. In einer Übung wurden die US-Streitkräfte in der vergangenen Woche deshalb auf den Umgang mit den Folgen eines möglichen ABC-Angriffs mit Hyperschallraketen auf US-Städte vorbereitet.

Eine Hyperschallrakete mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit schlägt in ein Stadion in der US-Stadt Philadelphia ein und hinterlässt einen strahlenden Trümmerhaufen. Menschen laufen umher, sind schwer verletzt und schreien. Hunderte von US-Militärangehörigen und Rettungskräften wollen helfen. Das düstere Szenario, das sich vergangene Woche in Philadelphia abspielte, war nicht real. Alle Opfer waren Schaufensterpuppen oder Schauspieler, die Make-up trugen, um Verletzungen im Rahmen einer ehrgeizigen Trainingsübung für Hunderte von Militärangehörigen und Ersthelfern zu simulieren.

Die US-Army National Guard Task Force 46, eine Spezialeinheit des US-Heimatschutzes, die nur durch eine Erklärung des Präsidenten aktiviert werden kann und die militärischen Einsatzkräfte im Fall chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Katastrophenfälle befehligen soll, arbeitete mit Ersthelfern aus Philadelphia und fünf Krankenhäusern der Stadt zusammen, um einen Angriff auf heimischem Boden durch ein Land mit ähnlichen militärischen Fähigkeiten zu simulieren.

"Wir sprechen von Amerikas schlimmstem Tag", erklärte Oberstleutnant Brian Higgins, der die dreitägige Übung leitete, gegenüber Pressevertretern. An der Übung namens "Dense Urban Terrain" (DUT) waren neben 150 Rollenspielern, die falsche Wunden trugen und mögliche Symptome eines chemischen, biologischen oder nuklearen Angriffs nachstellten, zudem rund 400 Angehörige der US-Armee sowie 150 Angehörige der örtlichen Feuerwehr und Polizei beteiligt.

"Dies ist eine Gelegenheit, aus erster Hand mit einigen der besten Ersthelfer der Welt zu trainieren, die dies tagtäglich tun", sagte Colonel Chris McKinney, Stabschef der Task Force 46. Seit 2018 ist die Task Force 46, die 2013 gegründet wurde, in den USA für die Organisation der jährlichen DUT-Übungen zuständig, von denen einige auch ein COVID-19-Pandemie-Training beinhalteten. In der Vergangenheit wurden die sogenannten ABC-Angriffssimulationsübungen, der Angriff mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Waffen, auch in Detroit, Michigan, New York City und Indiana abgehalten.

Der Direktor des Katastrophenschutzes von Philadelphia, Dominick Mireles, zeigte sich indes begeistert. Dies sei eine "andere Art von Übung für die Stadt", erklärte er. "Aus der Sicht von Philadelphia ist dies das erste Mal in der jüngeren Geschichte, dass wir etwas in dieser Größenordnung durchführen", so Mireles. Die Übung habe den Einsatzkräften die Möglichkeit geboten, ihre Ausrüstung in einem realitätsnahen Einsatz zu testen:

"Für mich liegt der Wert darin, dass ich sehe, wie diese Dinge funktionieren, und nicht nur auf einem Stück Papier oder einer Folie."

Während der Übung mussten die Einsatzkräfte auf verschiedene "Angriffszonen" in der Stadt reagieren. Manche richteten Massendekontaminationsstellen ein, andere arbeiteten in simulierten Trümmern, um eingeschlossene Rollenspieler zu retten. Einige arbeiteten in U-Bahnen und testeten unterirdisch Kommunikationsgeräte für simulierte Such- und Rettungsaktionen. Und wieder andere richteten zweckmäßige Landezonen ein und koordinierten die Evakuierung der Opfer. "Die Soldaten aller Kommandoebenen wissen also genau, was zu tun ist, wenn sie mit einer zivilen Einsatzleitung zusammenarbeiten", kommentierte McKinney die Übung.

"Diese Übung bot der Nationalgarde von Pennsylvania die Möglichkeit, sich mit unseren Partnern auf lokaler, bundesstaatlicher und föderaler Ebene abzustimmen und zusammenzuarbeiten, um diese Beziehungen und Prozesse zu verbessern und sicherzustellen, dass der Commonwealth und sein Notfallunternehmen auf jede Art von Zwischenfall vorbereitet sind", sagte Colonel Frank Montgomery, Direktor für militärische Unterstützung der Nationalgarde von Pennsylvania.

Nach Angaben des Colonels nahmen an der Übung unter anderem auch vier Flugzeuge der 28. Expeditionary Combat Aviation Brigade (ECAB) der Pennsylvania National Guard teil. Sie flogen 11 Einsätze mit über 20 Stunden Flugzeit, darunter Patiententransporte, Hebeeinsätze und die Verlegung von Such- und Rettungsteams. "Die 28. ECAB hat sehr von dieser Ausbildungsmöglichkeit profitiert, und wir sind aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse und der durchgeführten Wiederholungen noch besser in der Lage, den Commonwealth zu unterstützen", sagte Major Kandy Heekin. 

"In Philadelphia lernen wir, in den verschiedenen Umgebungen im ganzen Land zu arbeiten", erklärte Armee-Sergeant Whitney Smart in einem Video der Nationalgarde. "Wir haben diese Mission schon an verschiedenen Orten durchgeführt." Es sei wichtig, "dass wir uns auf alle Arten von Terror einstellen, denn der Terror ändert sich drastisch", so Smart weiter. "Philadelphia stellt uns vor eine Herausforderung, wenn es um den Einsatz von Kleinwaffen geht, ohne Zweifel."

Um die Folgen eines möglichen ABC-Angriffs bewältigen zu können, wurde im Rahmen der Übung zudem der Umgang mit Detektions- und Dekontaminationsgeräten trainiert. "Es ist ein gutes Training, das uns hilft, uns auf den Einsatz vorzubereiten, falls etwas passieren sollte", erklärte der Dekontaminierungsspezialist Army Privаte First Clаss Elliotte Villafarn. "Wir wären da, um zivile Einheiten wie die Feuerwehr und die Polizei im Falle eines chemischen, radiologischen oder nuklearen Angriffs zu unterstützen."

Die Übung, die vom 25. bis 29. Juli stattfand, war die Fortsetzung einer Reihe von Planungs- und Durchführungsübungen zur Koordinierung und Erprobung von Notfallmaßnahmen im Falle eines ABC-Angriffs in einem dichten städtischen Umfeld. Die Übungsreihe wurde 2018 ins Leben gerufen und hat sich zu einer der wichtigsten Übungen für den Katastrophenschutz und die Landesverteidigung der USA entwickelt. Sie soll nach Angaben des US-Militärs dabei helfen, die Interoperabilität zwischen den Behörden im Falle des "schlimmsten Tages für Amerika" zu verbessern.

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