Nordamerika

Bericht enthüllt US-Verbrechen gegen indigene Kinder

Nach einer neuen Untersuchung der US-Regierung starben in den Internaten der Regierung Hunderte indigener Kinder. Die Untersuchungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen; die endgültige Zahl der Opfer dürfte weit höher liegen.
Bericht enthüllt US-Verbrechen gegen indigene Kinder© Library of Congress

Nach einem Untersuchungsbericht, den das US-Innenministerium am Mittwoch veröffentlichte, waren etwa 500 Schüler in Internatsschulen der US-Bundesregierung gestorben, die für die Assimilierung indigener Kinder hatten sorgen sollen. Die Ergebnisse besagen, dass von 1819 bis 1969 mehrere Generationen Kinder US-amerikanischer Indigener von ihren Eltern getrennt und in Internate gebracht wurden, wo man sie ihrer indigenen Namen beraubte und ihnen das Sprechen ihrer Sprachen oder die Ausübung traditioneller religiöser Gebräuche untersagte. Das Ziel war die Vernichtung indigener Kulturen.

Der Lehrplan der Internate bestand vor allem in militärischem Training und dem Erlernen überholter, vorindustrieller Berufe. In Uniformen gekleidet, mit kurzgeschorenem Haar, erlitten viele dieser Kinder emotionalen, körperlichen und selbst sexuellen Missbrauch durch ihre vermeintlichen Betreuer.

Isolation, Auspeitschungen, Mangelernährung und schwere körperliche Arbeit waren nach diesem Bericht übliche Verfahrensweisen. Infolgedessen starben, erklärten die Forscher, Hunderte von Kindern während ihres Aufenthalts an diesen Schulen. Die wahre Zahl der Toten, die sich erst durch weitere Untersuchungen klären lassen wird, dürfte in den Zehntausenden liegen.

Deb Haaland, die als erste indigene US-Amerikanerin als Innenministerin amtiert, sagte, die US-Regierung solle alles ihr Mögliche tun, um die indigenen Gemeinschaften für die Schäden zu entschädigen, die ihnen zugefügt wurden.

"Die Folgen der Bundespolitik der Internate für Indigene – einschließlich des generationenübergreifenden Traumas durch die Trennung der Familien und der Auslöschung der Kultur, die Generationen von Kindern teils schon im Alter von vier Jahren zugefügt wurden – sind herzzerreißend und können nicht geleugnet werden", sagte sie.

"Wir sehen immer noch die Belege dieser Versuche, indigene Völker gewaltsam zu assimilieren, in der Ungleichheit, die diese Gemeinschaften erleben. Es ist mir äußerst wichtig, nicht nur den Überlebenden und den Nachfahren der Bundespolitik der Internate für Indigene eine Stimme zu verleihen, sondern auch die anhaltenden Folgen dieser Politik anzugehen, damit die indigenen Völker weiter wachsen und die Wunden heilen können."

Das am Mittwoch veröffentlichte Dokument ist erst der erste Band. Unter der Leitung des Staatssekretärs für Indianerfragen, Bryan Newland, werden die Bemühungen fortgesetzt, die mutmaßlichen Verbrechen gegen indigene US-amerikanische Kinder weiter zu untersuchen.

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