Nordamerika

Umfrage: Die meisten US-Amerikaner haben kein großes Vertrauen mehr in ihr Militär

Das Vertrauen in das US-Militär ist so weit gesunken, dass die meisten US-Amerikaner kein großes Vertrauen in ihre Streitkräfte mehr haben. Das zeigen die Ergebnisse einer neuen Umfrage. Dieser Trend hat sich seit dem Amtsantritt von Joe Biden als Oberbefehlshaber noch beschleunigt.
Umfrage: Die meisten US-Amerikaner haben kein großes Vertrauen mehr in ihr MilitärQuelle: Reuters © Omar Sobhani

Die jüngste nationale Verteidigungsumfrage des Ronald-Reagan-Instituts, die Ende letzter Woche veröffentlicht wurde, ergab, dass nur 45 Prozent der US-Amerikaner "sehr viel" Vertrauen in ihr Militär haben. Dies ist das erste Mal, dass nur noch weniger als die Hälfte der Befragten ein großes Vertrauen in die US-Truppen verkünden.

Das öffentliche Vertrauen ist damit in den letzten drei Jahren von 70 Prozent um 25 Prozentpunkte gesunken. Allerdings ist der Wert allein in den letzten neun Monaten unter Präsident Joe Biden um 11 Prozentpunkte zurückgegangen. Die Werte für das Vertrauen in andere Institutionen fielen noch niedriger aus. Nur 19 Prozent der Befragten hatten im November großes Vertrauen in die US-Präsidentschaft – gegenüber 30 Prozent noch im Februar, wie die Umfrage des Reagan-Instituts ergab. Die gleiche Befragung stellte in Bezug auf die Strafverfolgungsbehörden ein Absinken von 50 Prozent auf 33 Prozent in den letzten drei Jahren fest. Nur noch die Medien übertrumpften alles andere beim Vertrauensrückgang – ihnen vertrauen nur noch zehn Prozent der US-Amerikaner, gegenüber 16 Prozent im Jahr 2018.

Unter jenen Umfrageteilnehmern, die wenig oder kein Vertrauen in das US-Militär bekundeten, wurde als häufigster Grund die "politische Führung" genannt, so  das Institut. Diejenigen, die sich sehr zuversichtlich äußerten, wurden vor allem durch ihre hohe Wertschätzung für die Angehörigen der Streitkräfte beeinflusst.

Nur 42 Prozent der Befragten haben großes Vertrauen in die Fähigkeit des Militärs, einen Krieg in Übersee zu gewinnen, so die Umfrage. Ebenso vertrauen 40 Prozent stark darauf, dass das Militär "professionell und unpolitisch" handeln wird. Auf die Frage, welches Land das beste Militär habe, wählten 69 Prozent die USA, während 17 Prozent China nannten. Fast ein Drittel, genau 32 Prozent, waren der Meinung, dass die USA das Militär in zu vielen Situationen einsetzen, in denen Diplomatie besser wäre.

Das Pentagon geriet in diesem Jahr in die Kritik, weil es angeblich eine "Anti-Rassismus"-Ideologie vertritt und Initiativen für soziale Gerechtigkeit Vorrang vor der Kampfbereitschaft einräumt, wie zum Beispiel der Aufhebung des Verbots von Transgender-Truppen. Der chaotische Rückzug der Biden-Regierung aus Afghanistan, bei dem dreizehn US-Soldaten getötet wurden und Hunderte von US-Bürgern in dem von den Taliban kontrollierten Land festsaßen, löste weitere öffentliche Empörung aus.

Die Reagan-Umfrage ergab, dass 62 Prozent der US-Amerikaner mit der Art und Weise, wie der Abzug aus Afghanistan vollzogen wurde, nicht einverstanden sind. Fast die Hälfte der Befragten gab dafür die Schuld einem schlechten Urteilsvermögen des US-Präsidenten, während 20 Prozent eine schlechte militärische Planung nannten.

Die Befragung ergab außerdem eine abnehmende Unterstützung für eine "aktive globale Führungsrolle" der USA. Nur 42 Prozent der US-Amerikaner sind der Meinung, dass die USA sich stärker engagieren und eine Führungsrolle in der Welt übernehmen sollten, während es im Februar noch 51 Prozent waren. Mehr als jeder vierte US-Amerikaner (27 Prozent) möchte, dass das US-Militär seine Präsenz in Übersee reduziert und Truppen nur noch im Falle einer Aggression einsetzt.

Gleichzeitig nannten 52 Prozent der Befragten China als die größte ausländische Bedrohung für die USA, während es noch vor drei Jahren lediglich 21 Prozent waren. Die Ängste vor Russland sind dagegen stark zurückgegangen: 14 Prozent der Befragten sehen in Russland die größte Bedrohung, im Jahr 2018 waren es noch 30 Prozent.

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