Nordamerika

Google: Angestellte wehren sich gegen Pläne, das Pentagon zu unterstützen

Für die Google-Muttergesellschaft Alphabet könnte sich ein Cloud-Computing-Vertrag mit dem Pentagon als lukrativ erweisen, wäre da nicht der Widerstand seiner Mitarbeiter. Erneut wehren sich diese gegen eine Kooperation mit dem US-Verteidigungsministerium.
Google: Angestellte wehren sich gegen Pläne, das Pentagon zu unterstützenQuelle: Reuters © Charles Platiau

Drei Jahre zuvor hatte ein Protest der Google-Mitarbeiter einen Vertrag zwischen dem Konzern und dem US-Verteidigungsministerium verhindert. Anfang der Woche berichtete die New York Times (NYT), die Muttergesellschaft Alphabet habe sich "aggressiv" um den Joint Warfighting Cloud Capability (JWCC)-Vertrag des Verteidigungsministeriums (DoD) bemüht. Nach Ansicht der NYT betrachtet der Konzern den Vertrag als Priorität.

Die Initiative – ein Nachfolger des gescheiterten "War Cloud"-Projekts des Pentagon – zielt offenbar darauf ab, "künstliche Intelligenz zu nutzen, um einen Vorteil auf dem Schlachtfeld zu erlangen".

Als Reaktion auf den Bericht veröffentlichte die Alphabet Workers Union einen Tweet und drückte darin ihre Frustration darüber aus, dass Google nur an sein "Endergebnis" denke, und versprach, dass ihre "Arbeiter dagegen kämpfen (...) und wieder gewinnen". Die Mitarbeitergewerkschaft hat Berichten zufolge rund 800 Mitglieder.

Es ist nicht überraschend, dass Google sich auch weiterhin um lukrative Verträge mit dem Verteidigungsministerium bemüht. So sollen sie jahrelang Organisatoren gefeuert und die Transparenz eingeschränkt haben, weil diese dem Profit im Wege standen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Insider machten sich einige Mitarbeiter in internen Foren über Alphabet lustig und veröffentlichten Memes über das neue Bestreben des Verteidigungsministeriums auf der Plattform Memegen. In einem Meme soll der Google-Vorstandsvorsitzende Sundar Pichai das Unternehmen in Pentagon umbenannt haben – in Anspielung auf Mark Zuckerberg und dessen Metaverse-Ambitionen für Facebook. In einem Mitarbeiter-Memo heißt es:

"Es gibt einen Punkt, an dem ein Unternehmen genug verdient und nicht im Namen des ewigen Wachstums seine Moral kompromittieren sollte."

Vor drei Jahren hatten rund 4.000 Mitarbeiter Pichai aufgefordert, das Projekt Maven-Programm zu beenden. Bei diesem hatte Google maschinelles Lernen zur Analyse der Zielfähigkeit von US-Drohnen eingesetzt. Obwohl das Unternehmen erklärt hatte, dass seine Technologie nur für "nicht offensive Zwecke" eingesetzt worden sei, hatte die interne Empörung es gezwungen, den Vertrag mit dem Pentagon nicht zu verlängern und eine Reihe ethischer Richtlinien für künftige militärische Arbeiten im Bereich der künstlichen Intelligenz zu veröffentlichen, die unter anderem vorsehen, keinen "allgemeinen Schaden" zu verursachen.

Google war schließlich aus dem Joint Enterprise Defense Infrastructure-Vertrag des Pentagons ausgeschieden. Am Dienstag aber traf sich der CEO von Google Cloud Thomas Kurien mit dem Generalstabschef der Air Force General Charles Q. Brown, um dafür zu werben, dass das Unternehmen am JWCC-Vertrag teilnimmt. Es bleibt unklar, ob der JWCC-Vertrag die erklärten Prinzipien von Google verletzen würde, und das Unternehmen äußerte sich noch nicht zu spezifischen Anwendungsfällen für seine Technologie. Ein Sprecher erklärte gegenüber Insider, man sei "fest entschlossen", das Verteidigungsministerium und andere Kunden des öffentlichen Sektors zu bedienen.

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