Nordamerika

US-Senat: TikTok, YouTube und Snapchat sind für Kinder gefährlich

Nach Ansicht von US-Senatoren beeinflussen die beliebten sozialen Netzwerke TikTok, YouTube und Snapchat Kinder in gefährlicher Weise. Die Anbieter dieser Dienste würden junge Nutzer nicht ausreichend vor negativen Inhalten schützen, hieß es.
US-Senat: TikTok, YouTube und Snapchat sind für Kinder gefährlichQuelle: Gettyimages.ru © Robert Alexander

Beliebte Social-Media-Plattformen wie TikTok, YouTube und Snapchat sind gefährlich für Kinder, so die Meinung von US-Senatoren. Technologieunternehmen werden erneut unter die Lupe genommen, nachdem ein Whistleblower Dokumente veröffentlicht hat, die Bedenken über die Auswirkungen von Facebook auf seine Nutzer aufkommen lassen.

Vertreter von TikTok, YouTube und Snap, dem Entwickler von Snapchat, erschienen am Dienstag vor dem Unterausschuss für Verbraucherschutz im US-Senat. Sie wurden vorgeladen, da Facebook nach einer Beschwerde eines Whistleblowers mit einer intensiven Prüfung und erneuten Maßnahmen konfrontiert ist.

Die ehemalige Produktmanagerin bei Facebook Frances Haugen behauptete Anfang des Monats, dass Mark Zuckerbergs Unternehmen Profite über die Sicherheit und das Wohlergehen seiner Nutzer, insbesondere von Kindern und jüngeren Menschen, stellt. Sie forderte eine stärkere Regulierung von Facebook und seiner Tochtergesellschaft Instagram.

Interne Mitteilungen des sozialen Netzwerks, die US-Medien zugespielt wurden, enthüllten, dass Mitarbeiter Bedenken über die Reaktion von Facebook auf Ereignisse wie die Proteste für Rassengerechtigkeit im Jahr 2020 und Ausschreitungen im ganzen Land sowie die Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger des ehemaligen Präsidenten Donald Trump im Januar 2021 äußerten.

Jennifer Stout, die Vizepräsidentin of Global Public Policy von Snap, sagte vor dem Senat, dass die Instant-Messaging-App des Unternehmens als Gegenmittel zu den sozialen Medien entwickelt wurde und Snap weiterhin Schritte unternimmt, um seine Nutzer zu stärken. Stout sagte in ihrer Erklärung:

"Wir mussten das Rad nicht neu erfinden, um das zu erreichen. Unser Team war in der Lage, aus der Geschichte zu lernen, als es sich den Herausforderungen der neuen Technologie stellte."

Michael Beckerman, Vizepräsident von TikTok, sagte, dass die Plattform ihren Nutzern Mechanismen zur Verfügung stellt, mit denen sie sich vor negativen Auswirkungen schützen können. Dazu gehören Optionen, mit denen sie einschränken können, wer ihnen direkte Nachrichten senden kann und mit denen sie Kommentare herausfiltern können, die ausgewählte Schlüsselwörter enthalten.

Der Vizepräsident von YouTube, Leslie Miller, äußerte sich in ähnlicher Weise und argumentierte, dass die Verantwortung des Videohostingdienstes gegenüber Minderjährigen oberste Priorität habe.

Mit den Erklärungen der Tech-Konzerne zeigten sich die US-Senatoren jedoch unzufrieden. Richard Blumenthal, der Vorsitzende des Unterausschusses, sagte:

"Ihre Verteidigung lautet: 'Wir sind nicht Facebook.' Sich von Facebook zu unterscheiden, ist keine Verteidigung. Das Spiel ist aus. Alles, was Sie tun, ist darauf ausgerichtet, Nutzer zu gewinnen, insbesondere Kinder, und sie bei Ihren Apps zu halten."

Nach der Anhörung twitterte Blumenthal, dass TikTok, Snapchat und YouTube Kinder in algorithmische Kaninchenlöcher treiben würden. Diese würden zu gefährlichen Orten führen, die Unsicherheiten der Kinder ausnutzen und noch mehr destruktiven Hass, Essstörungen und Mobbing fördern. Blumenthal schrieb, dass strengere Regeln erforderlich sind, um Kinder online zu schützen.

Senator John Thune schlug einen ähnlichen Ton an und forderte eine Gesetzgebung, die die Fähigkeit der sozialen Medienplattformen einschränkt, Nutzer in der "Filterblase" gefangen zu halten.

US-amerikanische Social-Media-Unternehmen standen in den vergangenen Jahren bei Politikern und Aktivisten wiederholt in der Kritik. Ihnen wurde vorgeworfen, nicht gegen ausländische Wahlbeeinflussung und die Verbreitung von extremistischen Ansichten und Desinformationen vorzugehen, insbesondere in Bezug auf die COVID-19-Pandemie.

Zuckerberg wies Haugens Behauptungen zurück und argumentierte, sein Unternehmen sei entschlossen, seine Nutzer zu schützen. Der Facebook-CEO schrieb am Dienstag, dass gut gemeinte Kritik dem Unternehmen hilft, sich zu verbessern. Seiner Ansicht nach handelt es sich jedoch um einen koordinierten Versuch, durchgesickerte Dokumente selektiv zu verwenden, um ein falsches Bild von Facebook zu zeichnen.

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