Nordamerika

Jeder siebente Geimpfte brach mit Freunden wegen Haltung zur Impfung – Umfrage in den USA

Die Frage der Corona-Impfung führt nicht nur zu politischen Debatten, sondern auch zu Brüchen in Freundschaften. Laut einer US-Umfrage hätte sich jeder siebente geimpfte Amerikaner von Freunden getrennt, die mit ihm bezüglich der Impfung nicht einig waren.
Jeder siebente Geimpfte brach mit Freunden wegen Haltung zur Impfung – Umfrage in den USAQuelle: AFP © Spencer Platt / Getty Images North America

Die US-Schauspielerin Jennifer Aniston, weltbekannt geworden durch die US-Serie "Friends" (zu Deutsch: Freunde), hat in einem Interview erklärt, dass sie im Zuge der COVID-19-Pandemie mit einigen Freunden und Bekannten wegen der Frage der Impfung den Kontakt abgebrochen habe. Diese vertraten eine andere Meinung als die 52-Jährige oder wollten ihren Impfstatus nicht preisgeben. Der Star aus der US-Kultserie ist eine Impfbefürworterin und hatte sich unter anderem auch auf Instagram für das Vakzin gegen COVID-19 starkgemacht.

Die US-Schauspielerin steht mit dieser Entscheidung nicht alleine da. Aus einer aktuellen Umfrage in den Vereinigten Staaten geht hervor, dass einer von sieben Geimpften sich demnach von Freunden getrennt hat, die eine andere Haltung zu der COVID-19-Impfung vertreten. Für diejenigen, die sich gegen das Virus impfen ließen, seien laut der Umfrage die Ansichten über das Vakzin oft der Beziehungskiller.

Die Anfang des Monats vom Meinungsforschungsinstitut OnePoll durchgeführte Erhebung ergab, dass 16 Prozent der befragten US-Amerikaner in den letzten anderthalb Jahren mindestens drei Freundschaften beendeten. Etwa 14 Prozent der geimpften US-Amerikaner gaben an, dass sie Beziehungen zu Freunden beendet haben, die sich nicht gegen das Virus impfen lassen wollten.

Tatsächlich war die Wahrscheinlichkeit, dass geimpfte Befragte während der Pandemie Freundschaften beendet haben fast viermal so hoch wie bei denjenigen, die sich nicht impfen lassen wollen – 66 Prozent zu 17 Prozent. Die Umfrage ergab gar, dass 97 Prozent der Geimpften ihre ehemaligen Freunde als "totale Impfgegner" betrachten und erklärten, dass sie ihnen die Notwendigkeit des Vakzins nicht verständlich machen konnten.

Die COVID-19-Impfung ist eines der Themen, die die US-Amerikaner am meisten entzweien. Neben den 14 Prozent, die eine Ablehnung der Spritze als Grund für die Beendigung einer Freundschaft angaben, nannten 16 Prozent der Befragten die politischen Differenzen und 15 Prozent machten das Verhältnis eines ehemaligen Freundes zu einem Ex-Liebespartner dafür verantwortlich. Weitere Gründe waren die Enthüllung, dass ihre Freunde Lügner sind (7 Prozent), oder dass ein Freund Geschichten über sie erfunden hat (12 Prozent).

In den letzten Wochen ist die Stimmung in den USA bezüglich der Frage der Impfung und der Gegner der Spritze deutlich aggressiver geworden. So wetterte etwa der Radiomoderator Howard Stern kürzlich gegen "all die Idioten in unserem Land, die sich nicht impfen lassen", und forderte, dass denjenigen, die das Vakzin verweigern, ein Krankenhausbett verweigert werden sollte, wenn sie krank werden. "Bleiben Sie zu Hause, sterben Sie dort mit Ihrem COVID", sagte er.

Laut der Erhebung von OnePoll seien unter den Befragten die Anhänger der Demokraten zu 81 Prozent vollständig geimpft, verglichen mit 64 Prozent der Republikaner und 69 Prozent bei Parteilosen. Etwa 57 Prozent der Unterstützer der Republikaner sowie 41 Prozent der Demokraten sagten, die Gesellschaft sei "zu kritisch" gegenüber ungeimpften US-Amerikanern.

Der Druck auf die Ungeimpften in den USA wurde zuletzt erhöht. US-Präsident Joe Biden hatte alle Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten dazu aufgefordert, für ihre Mitarbeiter eine Impfpflicht einzuführen. "Wir waren geduldig, aber unsere Geduld neigt sich dem Ende entgegen, und Ihre Weigerung ist uns alle teuer zu stehen gekommen", sagte Biden an die Adresse der Verweigerer des Corona-Vakzins.

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