Nordamerika

US-Historiker zu Fox News: "Mit unserem Militär ist etwas absolut nicht in Ordnung"

Während eines Auftritts bei Fox News mit dem Moderator Tucker Carlson hat der US-amerikanische Autor und Historiker die US-Regierung scharf kritisiert, weil sie Rüstungsgüter im Wert von zig Milliarden US-Dollar in Afghanistan zurückgelassen hat. Er bemerkte, dass mit dem US-Militär "etwas absolut nicht in Ordnung" sei.
US-Historiker zu Fox News: "Mit unserem Militär ist etwas absolut nicht in Ordnung"Quelle: Gettyimages.ru © Marcus Yam / Kontributor

In einem Interview mit dem bekannten US-Moderator Tucker Carlson auf dem US-Nachrichtensender Fox News sagte der US-Historiker und Autor Victor Davis Hanson am Freitag, dass mit dem US-Militär "etwas absolut nicht in Ordnung" sei, weil es den Taliban militärische Ausrüstung im Wert von Milliarden US-Dollar überlassen hat, als sich die US- und NATO-Truppen nach über 20 Jahren Besatzung aus dem Land zurückzogen.

Hanson sagte, dass US-Präsident Joe Biden mit seiner Strategie und seinem Vorgehen beim Abzug aus Afghanistan den mächtigsten und am besten ausgerüsteten Terrorstaat in der Geschichte der Erde ins Leben gerufen habe. Er sagte dem Moderator weiter, Biden, sein Stab und die US-Militärs hätten die Tatsache, dass sie gerade Waffen im Wert von 90 Milliarden US-Dollar an die Taliban verschenkt haben, mit "beiläufiger Sorglosigkeit" betrachtet:

"Ich glaube, wir unterschätzen das, Tucker. Wenn Sie sich die gesamte militärische Unterstützung ansehen, die wir Israel seit der Gründung des jüdischen Staates gewährt haben, dann sind das etwa 85 Prozent dessen – über einen Zeitraum von 70 Jahren. Wir machen uns alle Sorgen um den neuen Flugzeugträger Gerald Ford (Kosten: 12 Milliarden US-Dollar), den teuersten Flugzeugträger der Geschichte. Für den Preis der Waffen, die wir in Afghanistan gelassen haben, hätten wir sieben davon haben können."

"Dies ist also der größte Verlust an militärischer Ausrüstung in der Geschichte der Kriegsführung durch eine einzelne Macht. Es ist absolut erschütternd – und doch nehmen wir das so lässig hin. Die Leute, die dafür verantwortlich sind, sollten entweder gefeuert werden oder zurücktreten", fügte er hinzu. Er sagte, dass die Taliban jetzt mehr Abrams-Panzer besitzen, als die USA "jemals eingesetzt haben".

Biden und seine Regierung hätten den Vereinigten Staaten und der globalen Sicherheit nachhaltigen Schaden zugefügt, fügte er hinzu. Das Pentagon und das Weiße Haus hätten "eine vorzivilisatorische Terrorbande gestärkt und sie zu einer beachtlichen Miliz gemacht, die in den nächsten 20 Jahren Chaos anrichten werde.

Hanson frage sich, warum niemand "irgendeine Schuld" für diese militärische Kapitulation auf sich nimmt, die "so viel Demütigung, Tod und Zerstörung" mit sich brachte und mit der die Taliban "davonkommen konnten".

Später fügte Hanson noch hinzu, ein großer Teil der Schuld für die Milliarden an Waffen, die der US-Steuerzahler den Taliban nun kostenlos zur Verfügung gestellt hat, liege bei den US-Generälen, die entweder durch ihre zuvor demonstrierte Sorge um "Wokeness" oder andere weniger wichtige Aspekte abgelenkt seien. Dazu meinte Hanson im Wortlaut:

"Mit unserem Militär ist etwas absolut nicht in Ordnung. Ich weiß nicht, ob es ihre Ablenkung wegen der "Wokeness" ist, während sie durch die Ränge und Dienstpläne gehen und versuchen, potentielle – ich weiß nicht – 'Rassisten' auszusortieren, oder ob sie einfach nur inkompetent sind oder zu besorgt auf die Drehtür achten, durch die sie in den Aufsichtsräten der Rüstungsunternehmen ein- und ausgehen. Aber wir brauchen eine parteiübergreifende Untersuchung unserer Spitzenleute und des Systems. Es ist ein Systemversagen, und kommt uns teuer zu stehen."

Biden hat die Evakuierung von US-Amerikanern und deren afghanischen Verbündeten verteidigt und am Dienstag behauptet, dass 90 Prozent der US-Bürger, die das Land verlassen wollten, dies erfolgreich getan hätten. Diese Behauptung gab er nur einen Tag nach der Mitteilung vom US-Außenminister Antony Blinken von sich, dass noch zwischen 100 und 200 US-Amerikaner in Afghanistan festsäßen, darunter auch Schulkinder aus Kalifornien.

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