Nordamerika

USA: Talkshow-Moderator ruft zum Massenmord an Afghanen auf

Der US-Talkmaster Todd Starnes wurde als " tollwütiger Kerl" bezeichnet, weil er nach dem jüngsten Bombenanschlag auf den Flughafen Kabul, bei dem 13 US-Soldaten und Dutzende afghanischer Zivilisten getötet wurden, zum Massenmord an Afghanen aufgerufen hatte.
USA: Talkshow-Moderator ruft zum Massenmord an Afghanen aufQuelle: AP © Twitter / @toddstarnes / Jose Luis Magana

Der US-Moderator Todd Starnes hat dazu aufgerufen, eine afghanische Stadt für jeden getöteten US-Amerikaner zu zerstören, nachdem bei einem Anschlag des Islamischen Staates (IS, früher ISIS) auf dem "Internationalen Flughafen Hamid Karzai" auch zwölf US-Bürger getötet wurden. In seinem Beitrag, der nach zwei Explosionen auf dem Flughafen von Kabul am Donnerstag veröffentlicht wurde, gab Starnes offenbar allen Afghanen die Schuld an diesem Blutbad, bei dem mindestens 170 Menschen ums Leben kamen, darunter 12 US-Soldaten und zahlreiche afghanische Zivilisten.

"Für jeden getöteten Amerikaner sollte eine Stadt in Afghanistan vom Angesicht der Erde getilgt werden."

"Lieber @TwitterSupport, wie kann dieser Tweet mit Ihren Richtlinien übereinstimmen?"

Aber fehlgeleitete, auch ethnische Rachefantasien von US-amerikanischen Talkshow-Moderatoren gibt es wie Sand am Meer – und das mindestens seit Anbeginn vom "Krieg gegen den Terror". Das wirklich Schockierende an der Äußerung war, dass Starnes sie auf Twitter machte, wo normalerweise Plattform-Moderatoren über eine derartige Meinungsäußerung eines konservativen Meinungsmachers herfallen würden. Selbst die Twitter-Konkurrenten, die meist der "freien Meinungsäußerung" stärker zugeneigt sind, verbieten die Aufstachelung zur Gewalt sowie ethnisch oder national motivierte Äußerungen von Hass. Dennoch blieb der cholerische Tweet von Starnes online, wo er vielen Twitter-Nutzern als willkommene Zielscheibe diente.

"So etwas sagt man in einem Sessel mit Kuchenkrümeln um den Mund."

"Ach ja, willkürlicher Massenmord und Völkermord. Wer könnte damit ein Problem haben?"

Viele Twitter-Nutzer wiesen darauf hin, dass die USA und ihre Verbündeten nach fast 20 Jahren Krieg bereits auf dem besten Weg waren, solch grausame Ausmaße des Ganzen zu erreichen.

"Die USA haben bereits fast eine Viertelmillion Afghanen getötet und 5,9 Millionen zu Flüchtlingen gemacht. Ich denke, sie haben in Afghanistan schon genug Schaden angerichtet."

"Wie "christlich" von Ihnen. Sind Sie sich sicher, dass es in Afghanistan überhaupt noch Städte gibt, nach dem, was Sie getan haben?"

Andere wiederum verdrehten die Augen, weil sie sich nicht vorstellen konnten, was damit real erreicht werden könnte.

"Ich bin sicher, dass dies die Rechte der Frauen verbessern wird, Todd."

"So fängt Terrorismus an. Die Vorstellung, dass man Menschen töten kann, die an dem Verbrechen, das man rächen will, unschuldig sind, ist Terrorismus. Seien Sie kein Terrorist @toddstarnes."

Nach stundenlangen Beschimpfungen hatte Starnes seinen Tweet offenbar gelöscht. Anstatt ihn aber einfach zu löschen und sich wie ein Hund mit eingeklemmtem Schwanz davonzuschleichen, heizte er jedoch die Stimmung jedoch noch an und beharrte darauf, dass "das Töten weitergehen wird", wenn "man den Taliban nicht mit dieser Art von Sprache droht". Und das trotz der Tatsache, dass der Anschlag vom Islamischen Staat verübt wurde und eben nicht von den Taliban, die infolge dessen auch eigene Verluste erlitten.

"Wenn man den Taliban nicht mit dieser Ausdrucksweise droht, wird das Töten weitergehen. Mit dem Bösen muss man hart umgehen."

Einige versuchten, ihn auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, indem sie darauf hinwiesen, dass es keine Beweise dafür gebe, dass die Taliban irgendetwas mit den "Morden" zu tun gehabt hätten und dass 20 Jahre lang "harte Worte" an die Taliban zu dem bereits eingeleiteten Rückzug der USA geführt hätten.

"Interessant, dass Sie die Auslöschung einer afghanischen Stadt als 'hart' und nicht auch als 'böse' bezeichnen."

"Das wurde nicht mal von den Taliban begangen. Sie bedrohen nicht die Taliban, sondern das afghanische Volk ... wie diejenigen, für die Sie heute schon ein Gebet getwittert hatten."

Aber es hat nichts genützt. Starnes antwortete nur mit einem einzigen Wort.

"Krieg."

Die Geheimdienste mehrerer Länder hatten zuvor "Gerüchte" über einen bevorstehenden Angriff auf den Flughafen Kabul aufgeschnappt, und unter anderem das Vereinigte Königreich. Und die USA hatten ihre Bürger aufgefordert, das Gebiet am Donnerstagmorgen zu verlassen. Sogar die Taliban selbst hatten die NATO gewarnt, dass einige Terroristen die Menschenmassen, die sich auf dem Flughafen drängten, unwiderstehlich fänden und versuchen könnten, den Flughafen anzugreifen und dann die Taliban dafür verantwortlich zu machen, um deren "Ruf" durch einen Angriff unter falscher Flagge zu schaden. Die Gruppe der Taliban hatte zugestimmt, den US-Amerikanern bis zum 31. August Zeit für Evakuierungen zu geben, weigerte sich aber, diesen Termin noch weiter hinauszuschieben.

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