
"Riesige Lücken in den Twitter-Richtlinien" – Taliban nutzen Plattform, Trump bleibt gesperrt

CNN-Korrespondent Donnie O'Sullivan hat die Twitter-Richtlinien zum Deplatforming kritisiert und argumentiert, dass es "eindeutig einige große Lücken" gibt, wenn die Taliban das soziale Netzwerk nutzen dürfen, der ehemalige Präsident Donald Trump aber nicht. Nachdem die Taliban die afghanische Hauptstadt Kabul übernommen hatten, erklärte O'Sullivan:
"Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten ist von Twitter verbannt, aber die Taliban sind es nicht. Ob Sie mit Deplatforming einverstanden sind oder nicht, es gibt eindeutig einige große Lücken in der Unternehmensrichtlinien."
Whether you agree with deplatforming or not, there’s clearly some big holes in the company’s policy.
— Donie O'Sullivan (@donie) August 17, 2021
Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid ist seit April 2017 auf Twitter aktiv und hat fast 300.000 Follower. Am Montag, nachdem die Taliban Kabul erobert hatten, erklärte er via Twitter:
"Die Öffentlichkeit ist glücklich über die Ankunft der Mudschahedin und mit der Sicherheit zufrieden."
کابل ښار تر مدیریت لاندې دی، د اسلامي امارت ځانګړي قطعات د امنیت د تأمین په موخه د ښار په مختلفو برخو کې ځای پر ځای شوي.عام خلک د مجاهدینو په ورتګ خوښي ښیي او له امنیت څخه راضي دي. pic.twitter.com/kr6i5jkhLk
— Zabihullah (..ذبـــــیح الله م ) (@Zabehulah_M33) August 16, 2021
Twitter hat sich geweigert, die offiziellen Konten der afghanischen Regierung an die neuen Taliban-Machthaber des Landes auszuliefern. Andere soziale Netzwerke, darunter Facebook, haben Inhalte der Taliban verbannt.
Obwohl viele Social-Media-Nutzer gegen Trumps Twitter-Verbot protestierten, reagierten einige Kommentatoren auf O'Sullivans Beiträge mit dem Argument, der ehemalige Präsident sei eine größere Bedrohung als die Taliban und verdiene daher die Sperrung.

"Einer ist eine existenzielle Bedrohung für unser Land ... einer nicht", hat ein Nutzer getwittert, während der Journalist Eric Boehlert schrieb: "Trump hat gnadenlos gegen die Nutzungsbedingungen von Twitter verstoßen. Haben die Taliban ein Konto?"
Der USA-Today-Meinungskolumnist und ehemaliger US-Bundesstaatsanwalt Michael J. Stern behauptete dreist, dass "der ehemalige Präsident den Vereinigten Staaten mehr Schaden zugefügt hat" als die Taliban. Matt Negrin, ein Produzent der US-Comedy-Show The Daily Show, merkte an, dass die Taliban "die Ergebnisse der Wahl 2020 anerkennen", während "die Republikaner das nicht getan haben".
The former President has done more damage to the United States. I'm good. https://t.co/yHbiD2tpfW
— Michael J. Stern (@MichaelJStern1) August 17, 2021
The Taliban has acknowledged the results of the 2020 election and Republicans have not, that seems bad
— Matt Negrin, HOST OF HARDBALL AT 7PM ON MSNBC (@MattNegrin) August 17, 2021
Trump wurde im Januar endgültig von Twitter suspendiert, nachdem eine Gruppe seiner Anhänger das US-Kapitol in Washington gestürmt hatte, um gegen den Sieg Joe Bidens bei der Präsidentschaftswahl zu protestieren. Twitter behauptete, dass Trump die Plattform "aufgrund des Risikos einer weiteren Aufstachelung zur Gewalt" nicht mehr nutzen könne.
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