Nordamerika

Neue Volkszählungsdaten in den USA: Weniger Weiße, mehr Asiaten und Latinos

Neu veröffentlichte Daten des US Census Bureau zeigen, dass der Prozentsatz weißer US-Amerikaner schneller abnimmt als von Demografen erwartet. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen, die als Asiaten, Hispanoamerikaner und andere eingestuft werden.
Neue Volkszählungsdaten in den USA: Weniger Weiße, mehr Asiaten und LatinosQuelle: Reuters © Eduardo Munoz

Am Donnerstag wurden den US-Bundesstaaten Daten über lokale Bevölkerungsveränderungen aus der Volkszählung 2020 zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Kongressbezirke neu festlegen können. Die etablierten Demografen und die Medienkonzerne reagierten geradezu erfreut darauf.

In Erwartung der offiziellen Zahlen erklärte William Frey, Demograf an der Brookings Institution, Anfang der Woche der Washington Post:

"Das Land verändert sich dramatisch."

Die Schätzungen zeigten, dass der Rückgang der weißen Bevölkerung acht Jahre früher als von den Demografen erwartet eintrete, was auf "die Opioid-Epidemie und die niedriger als erwarteten Geburtenraten unter Millennials nach der Großen Rezession" zurückzuführen sei, fügte er hinzu.

Die Gesamtbevölkerung der USA betrage derzeit 331,4 Millionen. Es werde erwartet, dass der Anteil der Weißen bis 2045 landesweit unter 50 Prozent fallen wird, so Frey. Derzeit sind es 204,3 Millionen Weiße, das sind 57,8 Prozent der Gesamtbevölkerung, was einen Rückgang von 8,6 Prozent seit 2010 darstellt. Weitere 31,1 Millionen Menschen identifizieren sich als weiß in Kombination mit einer anderen Gruppe.

Der Anteil der US-Bevölkerung, der sich als schwarz oder afroamerikanisch identifiziert, stieg von 38,9 Millionen im Jahr 2010 auf 46,9 Millionen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ging jedoch von 13 Prozent auf 12,1 Prozent zurück. Ihre Anzahl wurde sogar von der Kategorie "Andere" (allein oder in Kombination mit einer anderen Gruppe) übertroffen, die 49,9 Millionen betrug und um 129 Prozent zunahm.

Die gemischtrassige Bevölkerung hat um 276 Prozent zugenommen, von neun Millionen auf 33,8 Millionen. Außerdem gab es 24 Millionen Asiaten, 9,7 Millionen Indianer und Alaska-Ureinwohner und 1,6 Millionen Ureinwohner Hawaiis und anderer Pazifikinseln (allein oder in Kombination mit einer anderen Gruppe).

Die sogenannte hispanische oder lateinamerikanische Bevölkerung – die jeder Rasse angehören kann – wuchs auf 62,1 Millionen oder 18,6 Prozent der gesamten US-Bevölkerung.

Andere Daten zeigen, dass die Bevölkerung in den Städten um neun Prozent gewachsen ist, 86 Prozent der US-Bevölkerung leben heute in Großstädten. Eine weitere bemerkenswerte Veränderung war der Rückgang der Zahl der Kinder: Die Zahl der US-Amerikaner unter 18 Jahren lag im Jahr 2020 bei 73,1 Millionen, 1,4 Prozent weniger als ein Jahrzehnt zuvor.

Die Daten "liefern eine neue Momentaufnahme der rassischen und ethnischen Zusammensetzung und Vielfalt des Landes", betonte Nicholas Jones, Direktor und leitender Berater für Rassen- und Ethnizitätsforschung und Öffentlichkeitsarbeit beim US Census Bureau. Er fügte hinzu, dass die "Verbesserungen", die für die Volkszählung 2020 vorgenommen wurden, zwei separate Fragen zu hispanischer Herkunft und Rasse beinhalten. Diese zeigten, "dass die US-Bevölkerung viel multirassischer und vielfältiger ist als das, was wir in der Vergangenheit gemessen haben".

Da die Volkszählung eine Momentaufnahme der USA am 1. April 2020 darstellt, werden die Ergebnisse nicht die über 619.000 Todesfälle widerspiegeln, die COVID-19 seither zugeschrieben werden.

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