Nordamerika

"Kinder ohne Masken begehen Mord" – Forderung nach Maskenpflicht in Schulen von Oklahoma

Für Kinder, die in die Schule zurückkehren und Masken tragen müssen, gehe es um Leben und Tod, so eine Vertreterin einer Schulbehörde im US-Bundesstaat Oklahoma. Schüler, die nicht geimpft werden können und keine Masken tragen wollen, würden Mord begehen.
"Kinder ohne Masken begehen Mord" – Forderung nach Maskenpflicht in Schulen von OklahomaQuelle: Reuters © Octavio Jones

Im US-Bundesstaat Oklahoma hat das neue Schuljahr begonnen. Es startete mit einer feurigen Tirade eines Mitgliedes der öffentlichen Schulbehörde der Stadt Norman gegen ein Gesetz, das es den Schulbezirken verbietet, Masken vorzuschreiben, wenn kein Notstand ausgerufen wurde.

In einer Sitzung des Schulausschusses am Montag erklärte Linda Sexton, sie sei "sehr, sehr wütend", dass Kinder im Alter von fünf Jahren, die nicht geimpft werden können, "einem Virus ausgesetzt werden, das fünfmal ansteckender ist als das Virus, gegen das wir letztes Jahr alle Masken getragen haben". Sie bezog sich dabei auf die Delta-Variante des Coronavirus, die vermutlich für die derzeitige Welle von Infektionen in den USA verantwortlich ist. Sie fuhr fort:

"Wenn jemand in eine virtuelle Schule ausweichen muss, dann sollten es Kinder sein, deren Eltern sich weigern, sie Masken tragen zu lassen."

Die Beamtin rief die benachbarten Schulbezirke auf, sich den Bemühungen anzuschließen, das von Oklahomas Gouverneur Kevin Stitt verhängte Verbot der Maskenpflicht aufzuheben, und ging sogar so weit zu behaupten, dass Kinder ohne Masken ihre Mitschüler tatsächlich umbringen würden:

"Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, dies zu ändern, hoffe ich, dass wir es schaffen, denn es ist einfach nicht in Ordnung, dass Kinder einen Mord begehen, indem sie ohne Maske zur Schule kommen. Schließlich ist es möglich, dass sie den Tod eines anderen Kindes verursachen, weil sie ohne Maske zur Schule kommen."

Sextons Kritik gegen den Gouverneur rief Beifallsstürme im Publikum hervor.

Stitt unterzeichnete im Juni den Senate Bill 658, der die Verwendung von Maskengeboten erheblich einschränkt und Corona-Impfpässe in Bildungseinrichtungen verbietet. Der Verfasser des Gesetzes, der republikanische Senator Rob Standridge, verkündete damals, das wichtigste Merkmal des Gesetzes sei, dass es den Eltern erlaubte, zu entscheiden, ob ihre ungeimpften Kinder Masken tragen sollen. Außerdem hindere es die Schulen daran, eine Verpflichtung aufzuerlegen.

Das Gesetz wird nun von den Demokraten des US-Bundesstaates angefochten. Eine Gruppe von Abgeordneten hat am Montag eine Gesetzesvorlage mit der Bezeichnung "Safe at School Act" in das Repräsentantenhaus eingebracht. Sollte dieser verabschiedet werden, würde er das staatliche Verbot von Maskenpflichten aufheben. Es wird jedoch nicht damit gerechnet, dass er die Untere Kammer passieren wird, in der die Republikaner die Mehrheit haben.

Nach dem derzeitigen Gesetz können Schulbezirke Maskenpflichten nur im Rahmen eines Ausnahmezustands anordnen, der vom Gouverneur für bestimmte Gebiete ausgerufen wird. Stitt hat jedoch signalisiert, dass er nicht die Absicht habe, dies zu tun. Ende Juli wehrte sich der Gouverneur gegen die Forderung einiger führender Politiker der Demokraten, den Notstand auszurufen, und betonte, dass die Bürger von Oklahoma selbst entscheiden können sollten, welche Gesundheitsvorkehrungen sie treffen wollen. Stitt erklärte:

"Hier geht es um persönliche Verantwortung. Es geht um Freiheiten."

Die Frage der Maskenpflicht in den Klassenzimmern polarisiert zunehmend die US-Gemeinschaft, da die Kinder wieder zur Schule gehen, nachdem sie aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus im letzten Jahr gezwungen waren, auf das Online-Lernen umzusteigen. Die Debatte über die Frage, ob Lehrkräfte und Angestellte von Schulen der Impfpflicht unterliegen sollten und was mit Kindern geschehen soll, die keine Masken tragen können oder wollen, ist in vollem Gange. Gouverneure und Schulbezirke wetteifern um die Befugnis, solche Vorschriften zu erlassen oder zu verbieten.

Die republikanischen Gouverneure Ron DeSantis (Florida) und Greg Abbott (Texas) haben sich als zwei der schärfsten Kritiker von Impf- und Maskenpflichten erwiesen, indem sie diese Maßnahmen verboten und versprochen haben, Bezirke zu bestrafen, die sich ihnen widersetzen.

Der medizinische Berater des Weißen Hauses, Dr. Anthony Fauci, hat ein Impfreglement für Lehrer an Schulen gefordert und argumentiert, dass einfache Maskenvorschriften nicht ausreichen.

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