Nordamerika

US-Modemagazin Vogue: "Kampf gegen RT-Propaganda-Kampagne war für Psaki charakterbildend"

Die US-Modezeitschrift Vogue hat diese Woche einen Beitrag über die derzeitige Pressesprecherin der Biden-Regierung Jen Psaki veröffentlicht. Psaki hatte 2014 als Pressesprecherin des US-Außenministeriums gearbeitet, als RT ein Video-Ensemble all ihrer sprachlichen Fauxpas veröffentlicht hatte. Die Vogue bezeichnete die Videos als "Propagandakampagne".
US-Modemagazin Vogue: "Kampf gegen RT-Propaganda-Kampagne war für Psaki charakterbildend"Quelle: Gettyimages.ru © Anna Moneymaker / Staff

In einem von der Zeitschrift Vogue veröffentlichten Profil von Joe Bidens Pressesprecherin Jen Psaki wird RT beschuldigt, 2014 eine "Propagandakampagne" gegen sie geführt zu haben. An Bewunderung für Präsident Biden und Mitglieder seiner Regierung durch die US-Mainstream-Medien besteht gewiss kein Mangel. Eines der jüngsten Beispiele für dieses Phänomen ist die überschwängliche Ode an Psaki, die in dieser Woche veröffentlicht wurde.

Im Gegensatz zu denjenigen, die während der Trump-Ära das Amt innehatten, so der Artikel, verfüge Psaki über "eine Mischung aus Wärme, Humor, Intelligenz und Biss". Sie hat eine Armee treuer Fans in den sozialen Medien, die ihr "unerschütterliches" Auftreten loben und ihre "Psaki-Bomben" feiern – die Momente, in denen sie auf konservative Medien losgeht. Einige Veteranen des Pressekorps geben zu, dass ihre "Informationsgespräche nicht besonders informativ sind", weisen jedoch darauf hin, dass dieser Trend schon vor ihrer Zeit begann.

Psaki ist offenbar sympathisch und vertritt nicht die Haltung der Überlegenheit gegenüber Journalisten, die einige Regierungsbeamte unter Präsident Barack Obama an den Tag legten. Sie schminkt sich auch selbst, obwohl das Weiße Haus eine Angestellte hat, die diese Aufgabe übernimmt. Sie ist jedoch eine nüchterne Sprecherin und hasst es, als "nett" bezeichnet zu werden, denn "das Wort ist sexistisch und ein wenig herabsetzend", heißt es in dem Artikel.

Offensichtlich hat auch RT einen kleinen Anteil daran, dass Psaki zu der erstaunlichen Frau wurde, die sie jetzt zu sein scheint, da sie mit dem Medium einige "charakterbildende Erfahrungen" gemacht hat, so die Vogue. Im Jahr 2014 startete der Sender mit einer Sammlung von Fauxpas und lustigen Momenten, die Psaki in ihrer Amtszeit als Sprecherin des Außenministeriums unter John Kerry mit Journalisten hatte, "eine Kampagne, um sie als Trottel darzustellen".

"Es gab T-Shirts, die mit Psakis Gesicht bedruckt waren, und Verschwörungstheorien über eine angebliche Schwangerschaft", fügte das Magazin hinzu, ohne näher darauf einzugehen, welche Rolle RT beim Verkauf solcher Waren oder der Verbreitung solcher Theorien gespielt haben soll. Ein Witz, dass Psaki nicht in der Lage sei, eine klare Antwort zu geben, wenn sie gefragt werde, ob sie ein Baby erwarte, wurde 2015 im russischsprachigen Fernsehen ausgestrahlt, aber der Moderator, der ihn erzählte, Dmitri Kisseljow, arbeitete für einen anderen, inländischen Sender.

Aus irgendeinem Grund hat sich die Vogue nicht die Mühe gemacht, den Lesern mitzuteilen, worum es bei den "Psaki-Momenten" von RT ging, oder gar einen Link dazu einzufügen. Wahrscheinlich ist das auch besser so, denn sonst könnten die Leser sie sehen und sie weniger beeindruckend finden, als die Zeitschrift sie erscheinen lässt. Bei einigen handelt es sich um einfache Fauxpas, wie z. B. die Verwechslung von Käufer und Verkäufer im russischen Erdgashandel in Europa. Einen direkten Link zu dem, was die Vogue als "Propaganda-Kampagne" von RT bezeichnet, findet man hier.

Dass Psaki auf den Pressekonferenzen unangenehme Fragen unterdrückt, wovon ebenfalls Beispiele auf der Liste zu finden sind, ist Teil ihres Jobs. Die Vogue lobt sie dafür, dass sie genau das mit "heiteren Sprüchen" tat, wenn sie im Namen des Weißen Hauses sprach. Der einzige Unterschied besteht nun darin, dass sie dies nicht mit RT-Journalisten tun kann, denen unter Präsident Trump der Zugang zum US-amerikanischen Regierungssitz entzogen wurde, ohne dass die US-Mainstream-Medien dagegen Einspruch erhoben hätten.

Die Pressesprecherin des Weißen Hauses hat einen schwierigen Job. Es könnte schwierig sein, der US-amerikanischen Öffentlichkeit zu erklären, dass Big Tech gemeinsam und in Abstimmung mit der Biden-Regierung handeln sollte, um Personen, die "Fehlinformationen" verbreiten, von allen großen Plattformen auf einmal zu verbannen – einige könnten der Meinung sein, dass dies gegen den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung verstieße.

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