Nordamerika

Führende Epstein-Anklägerin verklagt Prinz Andrew wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung

Die Epstein-Anklägerin Virginia Giuffre hat eine Klage gegen den britischen Prinzen Andrew wegen angeblichen sexuellen Missbrauchs eingereicht. Das geht aus Dokumenten des US-Bundesgerichts in Manhattan hervor. Er soll sie sexuell genötigt und ihr seelisches Leid zugefügt haben.

Virginia Giuffre, deren Klage gegen Ghislaine Maxwell das Interesse an Jeffrey Epsteins Sexhandel wiederbelebte und ihn schließlich zu Fall brachte, hat Prinz Andrew wegen der Beteiligung des britischen Adeligen an ihrem Missbrauch verklagt.

Giuffres Anwälte reichten die Klage am Montag bei einem US-Bundesrichter in Manhattan ein und beschuldigen Andrew Albert Christian Edward, den Herzog von York, der sexuellen Nötigung, Körperverletzung und Zufügung von seelischem Leid an der damals 17-Jährigen. In einer Erklärung, in der die Klage angekündigt wurde, verkündete Giuffre:

"Ich ziehe Prinz Andrew für das, was er mir angetan hat, zur Rechenschaft."

"Die Mächtigen und Reichen sind nicht davon ausgenommen, für ihre Taten zur Verantwortung gezogen zu werden. Ich hoffe, dass andere Opfer sehen werden, dass es möglich ist, nicht in Schweigen und Angst zu leben, sondern sein Leben zurückzuerobern, indem man seine Stimme erhebt und Gerechtigkeit fordert."

In der Klage wird behauptet, dass der Adelige Giuffre mehrfach missbraucht habe, als sie noch keine 18 Jahre alt war, unter anderem in Maxwells Londoner Haus und in Epsteins Villa in New York. Zu den Akten gehört auch das berüchtigte Foto, auf dem er seinen Arm um Giuffre legt. Es wurde 2001 in Maxwells Wohnung aufgenommen. Prinz Andrew behauptet, dass es möglicherweise gefälscht sei.

Ein weiteres Beweisstück in den Akten ist eine nie zuvor gezeigte Tabelle, die die Flüge von Epsteins Privatjet, bekannt als "Lolita Express", zu verschiedenen Orten in den USA und Europa zeigt. Neben Prinz Andrew sind auch andere prominente Personen dokumentiert, die mit Epsteins Flugzeug geflogen sind – darunter der ehemalige US-Präsident Bill Clinton.

In dem berühmt gewordenen BBC-Panorama-Interview von 2019 bestritt Prinz Andrew, jemals eine sexuelle Beziehung zu Giuffre gehabt zu haben, und betonte, er könne sich "nicht daran erinnern", sie jemals getroffen zu haben. Über ihre angebliche sexuelle Begegnung sagte Andrew:

"Ich kann Ihnen absolut eindeutig sagen, dass es nie passiert ist."

Es war Giuffres Verleumdungsklage gegen Maxwell – Epsteins Vertrauter und angeblicher Verbündeter – aus dem Jahr 2015, die eine Reihe von Ereignissen auslöste, die dazu führten, dass der ganze Skandal aufflog. Die Klage wurde beigelegt und kam nie vor Gericht. Die Anwälte Alan Dershowitz und Mike Cernovich versuchten jedoch, sie zu entsiegeln. Als sie 2019 Erfolg hatten, wurde Epsteins milde Einigung aus dem Jahr 2008 erneut unter die Lupe genommen. Er wurde verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, nur um dann tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden zu werden, offiziell durch Selbstmord.

Maxwell war in den USA untergetaucht und wurde im Juli 2020 verhaftet. Sie wurde angeklagt, Beihilfe zum Sexhandel geleistet zu haben. Sie plädierte auf "nicht schuldig". Ihr Prozess soll im November beginnen.

Prinz Andrew ist der zweite Sohn von Königin Elizabeth II. und Prinz Philip, Herzog von Edinburgh.

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