Nordamerika

Kongressabgeordnete wollen US-Präsident Joe Biden einem kognitiven Test unterziehen

14 republikanische Kongressabgeordnete forderten US-Präsident Joe Biden zu einem kognitiven Test auf. Die Gruppe wird vom früheren Arzt des Weißen Hauses angeführt, der Donald Trump im Jahr 2018 ein positives Attest über dessen geistige Fähigkeiten ausgestellt hatte.
Kongressabgeordnete wollen US-Präsident Joe Biden einem kognitiven Test unterziehenQuelle: Reuters © CARLOS BARRIA

Am Donnerstag haben mehrere republikanische Kongressabgeordnete einen offenen Brief an US-Präsident Joe Biden verfasst, in dem sie den Demokraten aufforderten, einen kognitiven Test abzulegen und dessen Ergebnis publik zu machen. Der Brief wurde von 14 Abgeordneten unterzeichnet. Der Autor der Initiative Ronny Jackson begründete die Forderung damit, dass der geistige Verfall und die Vergesslichkeit des 78-jährigen Staatschefs immer stärker auffielen.

"Das amerikanische Volk verdient es, absolutes Vertrauen in seinen Präsidenten zu haben. Die US-Bürger verdienen es zu wissen, ob er oder sie seine oder ihre amtlichen Pflichten ausüben kann. Sie verdienen volle Transparenz über den geistigen Zustand ihrer obersten gewählten Führungsperson."

Der ehemalige Arzt des Weißen Hauses, der dort unter George W. Bush, Barack Obama und Donald Trump gedient hatte, rief den ältesten Präsidenten in der US-Geschichte auf, dem Beispiel seines Vorgängers zu folgen. Ihm zufolge ist es nun höchste Zeit, dass Biden auch einen kognitiven Test durchmache.

"Wir glauben, dass alle Präsidenten unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrem Alter oder ihrer politischen Partei dem vom ehemaligen Präsidenten Trump gesetzten Präzedenzfall folgen sollten, um ihre soliden geistigen Fähigkeiten zu belegen."

Im Jahr 2018 hatte Jackson dem Republikaner Trump ein positives Gutachten über dessen geistige Fähigkeiten ausgestellt. Nach Angaben des frisch gewählten Kongressmanns sei dies das erste Mal gewesen, dass ein amtierender Präsident einem kognitiven Test unterzogen worden sei.

Das Weiße Haus wollte zunächst keine Stellung zu dem öffentlichen Brief der 14 Republikaner nehmen. Bidens Leibarzt hatte im Dezember 2019 einen Bericht veröffentlicht, in dem er den Politiker als gesund, rüstig und "geeignet für eine erfolgreiche Ausübung des Präsidentenamtes" bezeichnet hatte. Nach seinem Treffen mit dem US-Präsidenten am 16. Juni 2021 in Genf sagte der russische Staatschef Wladimir Putin, das mediale Bild Bidens habe mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Sein Amtskollege sei ein Profi. Biden sei konzentriert und verstehe, was er erzielen wolle.

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