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Textnachrichten von Hunter Biden beweisen: Er benutzte regelmäßig das "N"-Wort

Neue Textnachrichten von Hunter Bidens Laptop zeigen, dass Hunter Biden wiederholt das sogenannte 'N-Wort' benutzt hat. Das kommt ausgerechnet nach Joe Bidens Äußerungen vom 1. Juni an Licht, die viele Kommentatoren als rassistisch ansehen.
Textnachrichten von Hunter Biden beweisen: Er benutzte regelmäßig das "N"-WortQuelle: AP © Charles Dharapak, File

Die britische Zeitung Daily Mail hat Textnachrichten von Hunter Biden enthüllt, die zeigen, dass er wiederholt das N-Wort in Gesprächen mit seinem weißen Anwalt verwendet hat. Die Nachricht kommt nur wenige Tage, nachdem sein Vater, US-Präsident Joe Biden, eine Rede zum 100. Jahrestag des Tulsa-Rassenmassakers hielt, mit der er den Rassismus verurteilen wollte.

Der US-amerikanische Unternehmensanwalt George Mesires – ein Weißer, der 845 US-Dollar pro Stunde berechnet – wird in den Textnachrichten mehrfach als Schwarzer tituliert oder mit einer Abwandlung des N-Wortes angesprochen. Laut Daily Mail wurden die Textnachrichten von Hunter Biden auf dem berüchtigten Laptop des 51-Jährigen entdeckt, der angeblich in einer Computer-Reparaturwerkstatt im US-Bundesstaat Delaware im Jahr 2019 gefunden wurde.

Der Bericht enthält Fotos von Chat-Sitzungen zwischen Biden und Mesires, die mehrere rassistische Gesprächsfloskeln enthalten. In einem Gespräch im Januar 2019 sagte Hunter gegenüber Mesires "Ich liebe dich nur, weil du schwarz bist" und "true dat n***a". Letztere Redewendung ist ein abfälliger US-amerikanischer Ausdruck der Umgangssprache, der übersetzt so viel bedeutet wie: "Das ist wahr, du Neger."

In einer anderen Chat-Sitzung vom Dezember 2018 sagte Biden zu seinem Anwalt: "How much money do I owe you. Because n***a you better not be charging me Hennessy rates." Auch diese Sätze enthalten einen umgangssprachlichen US-amerikanischen Ausdruck, der ins Hochdeutsche übersetzt lauten könnte:

"Wie viel Geld schulde ich dir? Du solltest mir lieber keine Hennessy-Preise berechnen, du Neger."

Worauf sich Hunter Biden dabei bezieht, ist zugleich ein rassistisches Stereotyp in den USA, dass nämlich vor allem Afroamerikaner Hennessy-Cognac mögen.

US-Präsident Biden hat Anti-Rassismus vom ersten Tag an zu einem zentralen Element seiner Präsidentschaft machen wollen und politische Entscheidungen auf der Grundlage der Ansichten getroffen, dass die weiße Vorherrschaft nunmehr die größte Bedrohung für die Vereinigten Staaten darstellt.

Allerdings wurde Biden selbst im Laufe der Jahre mehrfach beschuldigt, ein Rassist zu sein. Der jüngste Vorwurf kam erst in diesem Monat nach seiner Rede am 1. Juni zum Jahrestag des Tulsa-Rassenmassakers von 1921, als Biden sagte: 

"Junge schwarze Unternehmer können genauso erfolgreich sein wie weiße Unternehmer, wenn man ihnen eine Chance gibt, aber sie haben keine Anwälte, sie haben keine Buchhalter."

Angesichts der jüngsten Enthüllungen über die rassistischen Kommentare von Hunter Biden nutzten viele Twitter-User die Gelegenheit, Joe Bidens kontroverse Aussagen in der Vergangenheit über Rassen hervorzuholen.

Dazu gehören Kommentare, die bis in die Zeit zurückreichen, als er noch argumentierte, dass die Aufhebung der Rassentrennung bedeuten würde, dass seine Kinder gezwungen wären, in einem "Rassendschungel" aufzuwachsen, bis hin zu seiner jüngsten Kampagne, als er afroamerikanischen Wählern sagte (wenn sie nicht für ihn stimmen würden): "Sie sind nicht schwarz".

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