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"Biden vor weiterem Bloßstellen schützen": YouTube verbirgt vorläufig Anzahl von Dislikes

Das weltweit beliebte Videoportal YouTube teilte mit, vorübergehend die Anzahl von Dislikes für Videos zu verbergen. Dies sei ein Experiment. Diese Nachricht ist mittlerweile für das Social-Media-Team vom US-Präsidenten Joe Biden vermutlich ein positives Signal.
"Biden vor weiterem Bloßstellen schützen": YouTube verbirgt vorläufig Anzahl von DislikesQuelle: RT

Das Videoportal YouTube hat mitgeteilt, vorläufig den Nutzern nicht zu zeigen, wie viele Dislikes Videos erhalten haben. Das Social-Media-Team von Präsident Joe Biden könnte offensichtlich mit der Änderung zufrieden sein. Einerseits kann die Anzahl der Daumen nach unten auf einen Blick einem Nutzer alles offenlegen. Das Video könnte langweilig oder irreführend sein, oder der Ersteller könnte etwas so Unbeliebtes sagen, dass sich Tausende von Zuschauern anmelden, um es in Vergessenheit zu bringen. Andererseits wurden Massen-Downvoting-Kampagnen gegen einige Nutzer gestartet, und YouTube behauptet, auf die Bitten dieser Nutzer gehört zu haben.

Die Videoplattform kündigte am Dienstag an, dass sie die Anzahl von Dislikes unter Videos für einige Nutzer in den kommenden Wochen verbergen werde. Dies sei Teil eines "kleinen Experiments", das "als Reaktion auf das Feedback von Bloggern für das Wohlbefinden und gegen gezielte Dislikeskampagnen" gestartet werde.

Jedoch können die Zuschauer Videos weiterhin ihr Dislike erteilen, aber nur die Inhaber der Veröffentlichungen können ab jetzt sehen, wie unbeliebt ihre Inhalte sind. Die Ankündigung löste eine Welle von Unmut aus. Blogger und Zuschauer meldeten sich über Twitter, um sich über das "Experiment" zu beschweren. Nerdrotic, ein Popkultur-YouTuber, twitterte:

"Dislikes sind für viele Dinge hilfreich, und das ist es, was YouTube über alle anderen erhebt."

Bei all der Online-Empörung vermuteten einige Kommentatoren auch, dass sich insbesondere US-Präsident Joe Biden freuen könnte, wenn Dislikes bei YouTube verschwinden. Seit Biden Ende Januar sein Amt antrat, bekam jedes einzelne der vom Weißen Haus geposteten Videos mehr Dislikes als Likes. Oft erhielten Videos, in denen Biden selbst spricht, mehr als zehnmal so viele Daumen nach unten als Daumen nach oben. Der rechtslastige Experte Paul Joseph Watson schrieb in diesem Zusammenhang:

"Das offizielle YouTube-Team des Weißen Hauses wird darüber überglücklich sein."

Es bleibt natürlich unklar, ob das Social-Media-Team von Joe Biden das von YouTube als Grund für das Verbergen von Dislikes zitierte "Feedback von Erzeugern" äußerte. Eine beträchtliche Anzahl von Dislikes gegen Videos von Biden mag von unzufriedenen Trump-Wählern stammen, aber selbst Trump erntete trotz des Ausmaßes der öffentlichen Opposition gegen seine Präsidentschaft nie ein ähnliches Ergebnis wie jetzt Biden.

Das nachträgliche Überprüfen von Trumps Videos ist jetzt jedoch leider nicht mehr möglich. Der frühere Präsident wurde im Januar von YouTube endgültig verbannt – wie ihn alle großen Social-Media-Plattformen "abschalteten" wegen der angeblichen Anstiftung seiner Anhänger zum Sturm auf das US-Kapitol, um dort gegen Bidens Wahlsieg zu protestieren.

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