Nordamerika

Investor verklagt Tesla-Chef Musk wegen "erratischer" Tweets

Tesla-Chef Elon Musk sorgt immer wieder mit seinen Tweets für mitunter starke Bewegungen an den Finanzmärkten. Ein Investor des US-Elektroautobauers hat den Multimilliardär wegen "erratischer" Tweets verklagt, die das Unternehmen hohen Risiken ausgesetzt haben sollen.
Investor verklagt Tesla-Chef Musk wegen "erratischer" TweetsQuelle: AFP © WIN MCNAMEE / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES

Ein Tesla-Investor hat den Chef des US-Elektroautobauers Elon Musk wegen "erratischer" Einträge im Mikrobloggingdienst Twitter verklagt, die das Unternehmen hohen juristischen Risiken und milliardenschweren Kursverlusten ausgesetzt haben sollen. Weitere ungezügelte Tweets von Musk könnten heftige Konsequenzen für die künftigen Finanzierungsmöglichkeiten von Tesla haben, heißt es in der 105 Seiten langen Klageschrift, die das zuständige Gericht im US-Bundesstaat Delaware am Freitag veröffentlicht hat.

Eine bereits bestehende Vereinbarung mit der US-Börsenaufsicht SEC sieht vor, dass der Tesla-Chef sich seine Tweets vom Unternehmen freigeben lassen soll. Auslöser dafür war Musks Ankündigung bei Twitter im Sommer 2018, dass er erwäge, Tesla von der Börse zu nehmen, und dass die Finanzierung gesichert sei. Die SEC kam nach einer Untersuchung zu dem Schluss, dass der Unternehmer keine festen Finanzierungszusagen gehabt habe, und setzte die Twitter-Einschränkungen nach einem juristischen Hickhack und einer Klage wegen Marktmanipulation letztlich bei einem Vergleich durch. Doch Musk verhöhnte die SEC danach und twitterte munter weiter.

Im Mai 2020 etwa ließ Musk die Aktien des Elektroautobauers mit einer Reihe sonderbarer Tweets an einem einzelnen Handelstag um mehr als zehn Prozent fallen. Damals schrieb er unter anderem, dass er den Börsenwert des Unternehmens für zu hoch halte und kündigte an, sich von fast allem physischen Besitz trennen zu wollen. Zuletzt befeuerte der Tech-Milliardär die Kursrallys von Kryptowährungen wie Bitcoin und Dogecoin mit wohlwollenden Nachrichten auf Twitter. Das sorgte für viel Argwohn, nicht zuletzt da wenig später ein 1,5 Milliarden Dollar schwerer Bitcoin-Kauf von Tesla bekannt wurde, bei dem nicht klar war, ob er vor oder nach den Tweets getätigt wurde.

Angesichts der jüngeren Erfolge und der Börsenentwicklung des E-Auto-Pioniers mag die Klage des Investors dennoch verwegen anmuten – Teslas Aktien sind im vergangenen Jahr um rund 700 Prozent gestiegen, Musks Konzern ist am Kapitalmarkt der mit weitem Abstand wertvollste Autobauer weltweit. Weil Tesla und seine Aufsichtsgremien Musk beim Twittern angeblich nicht wie von der SEC angeordnet zur Räson gebracht haben, richtet sich die Klage auch gegen das Unternehmen und seine Verwaltungsräte.

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(rt/dpa)

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