Nordamerika

#BidenLügt trendet auf Twitter – Unzufriedenheit mit neuem US-Präsidenten gewinnt an Dynamik

Joe Biden hat sein Wahlversprechen, allen Amerikanern sofort nach Amtsantritt 2.000 US-Dollar zu zahlen, nicht eingehalten. Nun wurde der Hashtag #BidenLied auf Twitter gestartet. Bidens Unterstützer versuchen, den Fokus der Unzufriedenheit auf Donald Trump zu lenken.
#BidenLügt trendet auf Twitter – Unzufriedenheit mit neuem US-Präsidenten gewinnt an DynamikQuelle: Gettyimages.ru © Rafael Henrique

Der neue US-Präsident Joe Biden steht für sein gebrochenes Wahlversprechen, allen US-Amerikanern im Rahmen eines Sozialhilfeprogramms während der Coronavirus-Pandemie 2.000 US-Dollar (1.650 Euro) zu zahlen, in der Kritik. Nach dem aktuellen Plan rechnet Biden mit Ausgaben in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar (1,5 Billionen Euro), um die Auswirkungen des Coronavirus zu bekämpfen. Dies bedeutet für jeden Amerikaner nur 1.400 US-Dollar (1.150 Euro) Direkthilfe. Aus diesem Grund haben Kritiker auf Twitter den Hashtag #BidenLied gestartet (auf Deutsch: #BidenLügt), unter dem sie Beispiele für die ihrer Meinung nach unerfüllten Versprechen des amtierenden US-Präsidenten veröffentlichen.

"Wenn wir diese Zahlungen erhalten, werden es eher 600 US-Dollar statt der versprochenen 2.000 US-Dollar sein. Aber keine Sorge, Jill Biden wird später Kekse verteilen."

"Vielen Dank an alle, die die faustdicke Lüge von @JoeBiden und @TheDemocrats über die Zahlung von 2.000 US-Dollar melden. Sie kontrollieren die gesamte Regierung und müssen zur Rechenschaft gezogen werden."

"Kreative Buchhaltung wird 1.400 Dollar nicht in 2.000 Dollar verwandeln."

Konservative nutzen #BidenLied, um auf weitere kontroverse Positionen aus Bidens Vergangenheit hinzuweisen. Ein Nutzer schrieb:

Da #BidenLied im Trend liegt, sind hier meine Favoriten

  • 1974 gegen Aufhebung der Rassentrennung gestimmt
  • Das Gesetz über Gewaltkriminalität und Strafverfolgung von 1994 wird der schwarzen Gemeinschaft helfen
  • Genehmigung für Pipeline widerrufen

Er gibt vor für LGBT zu sein, aber

  • 1993 dafür gestimmt, Schwule aus dem Militär zu verbannen
  • 1996 gegen die Homo-Ehe gestimmt

Bidens Anhänger versuchen, die Welle der Missgunst auf Trump umzuleiten. Sie nennen ihn einen Lügner und kritisieren Konservative, nachdem diese begonnen hatten, #BidenLied aktiv zu nutzen. Der liberale Schriftsteller Seth Abramson twitterte:

"Laut Washington Post hat Donald Trump 30.573 Mal in seinem Amt gelogen und der Republikanischen Partei war dies jedes Mal egal. Aber die Republikaner brauchten nur zehn Tage Amtszeit von Biden, um den Hashtag  #BidenLied zu starten und diese groteske, heuchlerische Welle der Empörung auf Twitter zu verbreiten."

Eine weitere Nutzerin veröffentlichte ein Mem in Anspielung auf Trumps Wahlversprechen, eine Mauer bauen und Amerika wieder großartig machen zu wollen:

"Die Mauer, die Amerika wieder sicher machen wird."

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